Grafik der Woche – S&P 500 für Arbeiter so teuer wie nie

Wie viele Stunden muss ein Arbeiter für eine Einheit des S&P-500 Index arbeiten

Quelle: Bureau of Labor Statistics, S&P Dow Jones Indices, Ned Davis Research

Der im März 2009 aufgenommene Bullenmarkt läuft inzwischen im Vergleich mit früheren Hausse-Bewegungen relativ lange. Auch deswegen stellen Anleger immer öfter die Frage, inwieweit die Bewertungen am US-Aktienmarkt noch vertretbar sind oder nicht.

Auf der Suche nach einer Antwort darauf greifen Marktbeobachter gerne auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis zurück. Beim Blick auf den S&P 500-Index ergibt sich dabei derzeit laut dem Datenanbieter Factset auf Sicht der geschätzten Ergebnisse für die nächsten zwölf Monate ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17,4. Das ist ein Wert, der sich sowohl über dem Fünfjahres-Durchschnitt von 15,5 als auch über dem Zehnjahres-Durchschnitt von 14,1 bewegt.

Alternative Methoden

So gesehen wären US-Aktien als vergleichsweise teuer einzustufen. Die Bullen unter den Börsianer trösten sich mit einem anderen Ansatz. Gemeint ist damit die Beurteilung des Bewertungsniveaus, indem man Aktien mit dem Anlage-Konkurrenzprodukt Anleihen vergleicht. Dieses Ergebnis fällt günstig für Aktien aus, weil Anleihen mit einem vernünftigen Rating nach wie vor wenig Rendite abwerfen.

Wie erwähnt handelt es hierbei um gängige Bewertungsmethoden. Es gibt aber natürlich auch alternative Wege und einer davon bringt aus unserer Sicht recht interessante Ergebnisse. So z.B. die Methode, welche die Bewertung mit Hilfe der Zahl der Arbeitsstunden beurteilt, die ein US-Arbeiter schuften muss, um sich einen Einheit am S&P 500 Index kaufen zu können.

All Time High

Wie die Grafik oben zeigt, dauert dies momentan so lange wie nie (zumindest seit Ende Januar 1964). Mit Stand Ende Juli 2017 waren dafür laut Berechnungen des US-Finanzdienstleisters Ned Davis Research 111,8 Stunden nötig. Selbst um die Jahrtausendwende, als die TMT-Blase platzte, musste man dafür nicht so viele Arbeitsstunden abreißen. Und der für den genannten Beobachtungszeitraum ermittelte Median-Wert liegt mit 35,3 erheblich tiefer.

Das Resultat lässt sich sicherlich auch damit erklären, dass Finanz-Assets im laufenden Bullenmarkt eine stärkere Preissteigerung als die Löhne erfahren haben. Und natürlich taugt so ein Ansatz nicht zum kurzfristigen Markttiming. Im Hinterkopf sollte man die Relation aber dennoch behalten – und selbst, wenn sie nur dazu dient, um auf die Schere hinzuweisen, die sich zuletzt zwischen der Wall Street und der Main Street und somit zwischen Finanzanlegern und der Arbeiterklasse aufgetan hat.

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