Smart Investor 3/2018 – Der Sturm

Getreu unserem Motto „Lesen, was wichtig wird“ finden Sie im Folgenden eine Teilauskopplung unserer Titelstory „Der Sturm“ (Rubrik „Das große Bild“) aus dem Smart Investor 3/2018, der am 24.2.2018 erschienen ist.

 

Mit viel Vorlauf wurde er von Smart Investor angekündigt. Nun ist er vermutlich da.

Das Thema „Sturm“ zog sich bei uns durch die letzten Monate. Erst war es die „Ruhe vor dem Sturm“ (SI 12/17), zuletzt „Sturmwarnung“ (SI 2/18) und nun ist er vermutlich da: Der Sturm! Warum sich die Anzeichen dafür stark verdichten und was das im Einzelnen bedeuten kann, das versuchen wir auf den folgenden Seiten zu klären.

Bewertungsspielraum durch den „Weltzins“?

Auf der diesjährigen 33. Internationalen Kapitalanleger-Tagung der ZfU, die vom 22. bis 23. Januar in Zürich-Regensdorf stattfand, zeigte sich eine eher verhaltene Einschätzung der weiteren Entwicklung an den Märkten. Das war im Vorjahr nicht anders, teils sogar mit ähnlichen Argumenten wie der hohen Bewertung und der schon damals ungewöhnlich langen Dauer des Aufschwungs. Dennoch erwies sich 2017 nach Einschätzung des Anlagestrategen Philipp Vorndran rückblickend als „brillantes Jahr“, vorausgesetzt man war tatsächlich am Aktienmarkt investiert. Einen Seitenhieb auf die schreibende Zunft mochte er sich dabei nicht verkneifen, denn es sei „schnell geschrieben“, dass wir uns in der größten Blase aller Zeiten befänden oder der Crash unmittelbar bevorstehe. Professionelle Anleger müssten dagegen täglich Geld anlegen und könnten dem Markt nicht einfach fernbleiben. Tatsache ist, die Ausgangslage hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht gerade verbessert. Der Kursaufschwung ist um ein weiteres Jahr gealtert, die Bewertungen sind erneut gestiegen und die Fed treibt den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes weiter voran. Vorndran kann allerdings gerade diesen skeptischen Einschätzungen durchaus positive Aspekte abgewinnen. Auch rechtfertige der „Weltzins“ noch höhere Bewertungen, womit er über die Fed hinaus zu EZB und Bank of Japan (BoJ) blickt. Von einer kräftigen Korrektur solle man sich seiner Ansicht nach daher nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern solche Gelegenheiten vielmehr zu Aktienkäufen nutzen.

Beste aller Welten?

Getoppt wurde Vorndrans positive Grundhaltung auf der ZfU-Tagung allerdings von Arthur B. Laffer (vgl. Interview S. 58), der voll des Lobes für die Wirtschafts- und Steuerpolitik von US-Präsident Trump war. Laffer gilt nicht nur als einer der Architekten der Reagonomics, er gehörte auch zum vierköpfigen Beraterteam für die im Dezember verabschiedete Trumpsche Steuerreform. Als Effekt der Maßnahmen erwartet er eine gewaltige Expansion. Das bezog er ausdrücklich nicht nur auf die US-Wirtschaft selbst, sondern auch auf den US-Aktienmarkt. Mit seinem überschäumenden Optimismus war Laffer allerdings auch der Exot unter den Vortragenden.

 

Techniker uneins

Der Technische Analyst Rolf Bertschi, der auf der Tagung von der Swiss Association of Market Technicians (SAMT) für sein Lebenswerk geehrt wurde, betrachtet vorwiegend das große Bild und langfristige Trends. Zwar hielt auch er einen anstehenden Kursausschüttler für möglich, erwartete aber, dass der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibe. Eine nur etwas andere Perspektive nahm Michael Riesner von der UBS ein. Fast alles in den USA sei auf Mehr-Dekaden-Tops gestiegen und da sei es grundsätzlich schwierig, dass die Welt von da aus noch besser werde. Ganz kurzfristig sah er aber noch keinen Grund pessimistisch zu werden, weil es zum Zeitpunkt des Vortrags noch an Divergenzen fehlte. Sein „Fahrplan“ wäre ein Überschießen in Q2/2018, danach ein Unterschießen und dann eine starke Rally bis in das Jahr 2019 hinein.

 

Schaukelbörse und Trading-Jahr

Das Jahr 2018 werde, dies war die häufigste Einschätzung, ein Trading-Jahr. Auch bei der mutmaßlichen unterjährigen Kursentwicklung gab es erstaunlich ähnliche Erwartungen: Als wesentliche Klippe wurden die vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien am 4. März gesehen. Diese könnten sowohl an den Aktienmärkten als auch beim US-Dollar Anlass und Auslöser für stärkere Korrekturen oder gar Trendwechsel sein, zumindest falls es die Euro-Gegner unter „Beppe“ Grillo bis in die Regierung schaffen. Das Thema scheint derzeit an den Märkten nicht annähernd eingepreist zu sein. Auch der Einbruch der Aktienmärkte Anfang Februar wurde nirgendwo ernsthaft mit dem Italien-Thema in Verbindung gebracht. Somit triff in weniger als zwei Wochen eine echte europäische Schicksalswahl auf bereits jetzt angespannte und nervöse Märkte. Dass sich der eigentliche Sturm an den Aktienmärkten gerade erst zusammenbraut, ist also eine durchaus plausible Überlegung.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie im Smart Investor 3/2018 ab S. 36.