Smart Investor 4/2018: Würstchen, die der Senf nicht lohnt

Nun hat Deutschland also eine neue Regierung. Aber irgendwie kommt keine Freude auf, ahnt doch fast jeder Bürger, der sich etwas näher mit Politik beschäftigt, dass die eigentlich ganz schön kleine Große Koalition aus abgemerkelter CDU, runtergeschulzter SPD und verdrehhoferter CSU den anstehenden Aufgaben nicht gewachsen sein dürfte. Beispiele gefällig?

Der frühere Justizminister Heiko Maas (SPD) fabulierte in bestem Sozi-Deutsch Ende 2016 in der Talkshow Maybrit Illner: „Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen.“ Was soll man dazu noch sagen? Ich würde mildernde Umstände gelten lassen, wenn sich Maas versprochen hätte, was angesichts von Lampenfieber in einer Live-Sendung durchaus mal vorkommen kann. Aber nein, er postete dieses alles entlarvende Statement anschließend auch noch per Twitter, wo es bis heute zu lesen ist.

Und Julia Klöckner (CDU), die heute dem Agrarministerium vorsteht, gab Ende 2015 in einem Live-Interview mit dem Deutschlandfunk zum Besten, dass der Steuerzahler in Bezug auf die Flüchtlinge nicht für die Kosten aufkommen müsse, denn der Bund habe gut gewirtschaftet! Und genau das hatte sie auch auf ihrer Facebook-Seite hinterlassen.

Nur zur Info: Die Gesamtkosten, die 2017 aus der Flüchtlingskrise entstanden sind, belaufen sich je nach Schätzung auf zwischen 15% und 25% des Bundeshaushalts – und der wird von niemand anderem finanziert als dem Steuerzahler!

Jetzt mal im Ernst: Wenn Menschen mit einem solchen ökonomischen Sachverstand bzw. einer Haltung nach dem Motto „Das Geld kommt ohnehin aus dem Automaten“ Teil der Regierung sind, dann wird mit angst und bang um unser Land. Mit dieser Geisteshaltung verspricht der nun für die äußeren Angelegenheiten Deutschlands zuständige Maas dem französischen Premier Macron doch alles, was der will, also vor allem die Vergemeinschaftung der Schulden und vielleicht auch der Sozialversicherung.

Herbert Wehner, der frühere SPD-Vorsitzende, war bekannt für seine markigen Sprüche, die aber meist eine gehörige Portion Wahrheit enthielten. Zum Beispiel den hier: „Es gibt Würstchen in diesem Parlament, die sind den Mostrich nicht wert, den man auf sie streichen müsste, um sie genießbar zu machen.“

Das einzig Gute an Maas scheint mir zu sein, dass nun nicht sein Parteikollege, Perma-Opportunist und EU-Apparatschik Martin Schulz den Posten des Außenministers inne hat. Hier hat das Volk den Braten rechtzeitig gerochen und das „Würstchen aus Würselen“ verschmäht.

Nicht nur mit Politikern, sondern auch mit der Presse haben wir so unsere Probleme. So kommentieren wir den Versuch eines medialen Wendemanövers des ehemaligen „Sturmgeschützes der Demokratie“, also des SPIEGEL, und geben unsere Einschätzung dazu ab, ob dies wohl gelingen mag (S. 22).

Auch wir von Smart Investor wollen über uns selbst reflektieren, nämlich in der kommenden Ausgabe 5/2018, mit welcher wir unser 15-jähriges Jubiläum feiern werden. Schicken Sie uns Ihre Frage oder ein Statement, welches Sie schon immer mal loswerden wollten. Ich bin gespannt.

Mit den besten Wünschen

 

 

Ralf Flierl