Aktien-Update: Schaltbau AG

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Die Schaltbau Holding AG (WKN 717030 / akt. Kurs 26,80 EUR) hat den Konzernumsatz 2017 leicht um 1% auf 516,5 Mio. EUR gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern des abgelaufenen Geschäftsjahres fiel durch zwei Sondereffekte aus Unternehmensverkäufen und Wertminderungen negativ aus und betrug minus 23 Mio. EUR. „Ohne Einbezug dieser beiden Sachverhalte lag das EBIT von Schaltbau für das Geschäftsjahr 2017 bei 2,4 Mio. EUR“ teilte das Unternehmen mit.

Der Auftragseingang stieg um 7,8 % auf 594 Mio. EUR, der Auftragsbestand des Konzerns zum 31. Dezember 2017 lag mit 508,3 Mio. EUR um 18,3 % über dem Vorjahreswert. Für das aktuelle Geschäftsjahr zeigt sich der im April 2017 neu berufene Vorstandssprecher Bertram Stausberg optimistisch und bekräftigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Fokussierung der Schaltbau-Gruppe auf strategische Kernkompetenzen und zur Steigerung der Profitabilität konsequent fortgeführt werden.

Schaltbau schließe auch künftig nicht aus, sich von Geschäftsfeldern zu trennen, die perspektivisch nicht zum Kerngeschäft zählen bzw. nicht nachhaltig profitabel sind. Mit dieser Zielsetzung werde das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2020 gegebenenfalls nominelle Umsatzrückgänge verbuchen, gleichzeitig jedoch eine schrittweise, deutliche Steigerung der Profitabilität erzielen können und mit seinen Kerngeschäftsbereichen expandieren, heißt es in der Mitteilung. Im laufenden Geschäftsjahr 2018 werde die gerade abgeschlossene Veräußerung der Schaltbau Pintsch Bubenzer-Gruppe zu einem Umsatzrückgang führen, der durch das geplante moderate organische Wachstum der verbleibenden Gesellschaften nur zu einem Teil ausgeglichen werden kann.

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SI-Kommentar: Im aktuellen Konsolidierungskreis erwartet das Management für das laufende Jahr einen Konzernumsatz von 480 bis 500 Mio. EUR und Auftragseingänge oberhalb dieser Range. Die EBIT-Marge soll sich vor Einmaleffekten auf etwa 3% vom Umsatz verbessern. Produktivitätssteigerungen durch optimierte Fertigungsprozesse und verbesserte Einkaufskonditionen sollen die Kosten senken. Nicht-operative Sondereffekte würden möglicherweise auch 2018 aus Restrukturierungsmaßnahmen und negativen Ergebniseffekten im Zusammenhang mit der Veräußerung von Tochtergesellschaften resultieren, warnt Schaltbau.

Dem gegenüber steht die erfolgreiche Kapitalerhöhung im Februar, die die Finanzierungskosten spürbar senken wird. Eine Analyse der DZ Bank errechnet einen Buchwert von knapp 14 EUR pro Aktie und sieht das Unternehmen sehr schnell auf gutem Weg. Die Analysten prognostizieren für das laufende Jahr ein Ergebnis pro Aktie nach IFRS in Höhe von 0,79 EUR und im Geschäftsjahr 2019 gar von 2,09 EUR, was ein KGV 2018e von 33 und 2019e von 13 ergibt. Mit einem schnellen Turnaround sieht die DZ Bank bei Schaltbau durchaus Übernahmefantasie.

Es gibt nur 8,8 Mio. Stücke, so dass sich Gewinnsteigerungen auf eine nur kleine Basis mit entsprechendem Hebel verteilen würden. Zudem ist der schlechte Zustand der Bahninfrastruktur und des Rollmaterials nicht nur in Deutschland augenfällig und oft Gegenstand politischer Erörterungen – freilich ohne je eine wirklich durchschlagende Investitionsoffensive bewirkt zu haben. Wer turn-around-Spekulationen mag wird über ein Engagement nachdenken, wer Schaltbau mehr unter dem Value-Aspekt sieht, wird die Zahlen des 1. Quartales im Mai abwarten.

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