SIW 26/2019: Price is what you pay, value is what you…

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SIW 26/2019: Price is what you pay, value is what you…

…and Smart Investor is what you read 😉

Den Dollar für 70 Cent kaufen

Benjamin Graham gilt als Vater des wertorientierten Investierens. Um seine Bedeutung zu verstehen, muss man sich in die 20er Jahre zurückversetzen, in denen seine Graham-Newman Partnership gegründet wurde. Auch wenn dies heute kaum vorstellbar ist: Der Blick in Bilanzen und Geschäftsberichte war damals wenig verbreitet. Stattdessen dominierten Spekulanten die Kurse, die auf Trends und heiße Gerüchte setzten. Für Graham boten diese Zeiten ein ideales Spielfeld, denn der Kurszettel war voller sogenannter Net-Nets. Darunter werden bis heute Unternehmen verstanden, die einen Börsenwert aufweisen, der weit unterhalb des liquidierbaren Umlaufvermögens abzüglich der Verbindlichkeiten liegt. Ein risikoloses Geschäft, denn letztlich lässt sich damit ein Dollar für 70 Cent oder weniger erwerben. Die Lehre von Graham fand beim jungen Warren Buffett sofort Anklang, zu bestechend und einfach war das System. Der junge Warren erwies sich als einer der eifrigsten Schüler von Graham und arbeitete in der 50er Jahren schließlich in seiner Firma. Schon in den ersten Jahren erkannte er jedoch, dass ihm bisweilen Unternehmen begegneten, die Grahams strengen Kriterien nicht genügten. Aktien, die zwar keine Net-Nets waren, dafür aber über enormen Rückenwind in ihrem Geschäft verfügten. Sofort war Buffett klar, dass es bisweilen besser ist, 80 Cent für einen Dollar auszugeben, der in einigen Jahren vielleicht 2 Dollar wert ist, als 70 Cent für einen Dollar, der auch in ein paar Jahren nicht mehr einbringen dürfte.

Buffetts Evolution

Bei Graham stieß er damit auf taube Ohren, 1956 machte er sich schließlich mit seiner eigenen Investment-Partnership selbstständig, der Rest ist Geschichte. In einer ähnlichen Situation befinden sich auch heute viele Value Investoren. Die Zeiten haben sich geändert. Viele klassische Value-Aktien lassen sich zu deutlich weniger als dem Substanzwert kaufen. Es ist aber relativ klar, dass dieser innere Wert langfristig kaum steigen dürfte. Denn die Musik spielt häufig bei ganz anderen Unternehmen, die sich an der Börse schon länger einer größeren Beliebtheit erfreuen. Immer mehr Value-Fans haben sich daher nach und nach in neue Segmente vorgewagt, investieren heute genau wie Growth-Investoren in stark wachsende Technologieunternehmen. Ist dies aber noch die „reine“ Lehre von Warren Buffett oder gar von Benjamin Graham? Was macht Value heute wirklich aus? Wir haben uns im neuen Smart Investor intensiv mit dieser Frage beschäftigt. So haben wir mit David Iben gesprochen, einem Deep Value-Investor, der sich an Aktien herantraut, die alle anderen links liegen lassen. Der Investor und Buchautor Yefei Lu hat uns erklärt, welche Denkmodelle den Erfolgsinvestments von Warren Buffett zugrunde lagen. Daneben berichten wir von der Münchner Value Intelligence Conference, der ACATIS Value Konferenz und stellen Ihnen einige attraktiv bewertete Qualitätsaktien vor.

10% zum Ziel

Die Börse hatte schon fast vergessen, dass es da so etwas wie einen Handelskrieg gibt, da machte eine Äußerung von US-Finanzminister Steven Mnuchin plötzlich wieder Hoffnung auf einen „Deal“. Nach seinen Angaben habe man bereits 90% der Strecke auf dem Weg zu einem Deal geschafft. Nun sei es wichtig, dass Präsident Xi am Wochenende beim G20-Gipfel ein Signal sende, dass die chinesische Seite zurück an den Verhandlungstisch komme. Nach einer Umfrage der Bank of America erwarten 2/3 der Investoren derzeit keinen Durchbruch, allerdings auch keine neuen Zölle auf weitere Waren. Eine Einigung haben derzeit also sehr wenige auf dem Schirm. Der G20-Gipfel und die von dort durchdringenden Signale haben durchaus das Zeug, die Märkte zu bewegen – in die eine oder die andere Richtung. Welche langfristige Einschätzung Prof. Dr. Xuewu Gu, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen der Universität Bonn, zum Handelskrieg hat, lesen Sie im neuen Smart Investor 7/2018.

Probe-Abo Spezial

Und wenn wir ihnen jetzt die Zähne für das Thema Value Investing lang gemacht haben, dann können wir Ihnen noch ein besonderes Schnäppchen anbieten: Im Rahmen eines Smart-Investor-Probeabos erhalten Sie kostenlos die druckfrische Ausgabe 7/2019, in der Sie alle Aspekte unserer Titelgeschichte noch einmal nachlesen können. Ferner bekommen Sie vier Wochen später unsere August-Ausgabe, in der wir uns prominent mit Handelssystemen als einer Form des regelbasierten Investierens auseinandersetzen werden. Und weil das alles noch nicht genug ist, legen wir – solange Vorrat reicht – auch noch die Ausgabe 7/2018 (zwölf Monate alt) drauf, denn vor genau einem Jahr haben wir unseren Lesern schon einmal in einer Titelgeschichte spannende Value-Investments vorgestellt. Der Wert mancher Empfehlungen zeigt sich manchmal erst mit etwas Abstand, wobei ein Jahr unter echten Value-Investoren als eine vergleichsweise kurze Zeitspanne gilt. Falls wir Sie mit diesem Angebot neugierig gemacht haben, wenden Sie sich bitte direkt an Frau Wolpert (wolpert@smartinvestor.de).

Zu den Märkten

Weit entfernt von Value-Überlegungen ist der Bitcoin. Wie schon mehrfach an dieser Stelle beschrieben, erfolgt die Kursbildung hier im Wesentlichen aufgrund technischer und psychologischer Faktoren. Es gibt wohl aktuell kaum ein anderes Vehikel, für das die Börsenweisheit „Die Hausse nährt die Hausse“ so uneingeschränkt gilt, wie für den Bitcoin. Schon werden am Markt bereits wieder sechsstellige Kursziele herumgereicht, während andere den inneren Wert weiter bei null sehen. Je nach grundsätzlicher Einstellung zum Bitcoin wird man die Kurse fundamental als unfassbar teuer oder als echtes Schnäppchen bewerten: „Price is what you pay, value is what you imagine.“ – zumindest beim Bitcoin. Mit Value-Überlegungen ist dem Bitcoin also nicht recht beizukommen, oder anders ausgedrückt, der Kurs macht ohnehin, was er will – und seit der an dieser Stelle beschriebenen Initialzündung Anfang April (vgl. Abb., grüne Markierung) will der Kurs nach oben. Seitdem sind praktisch auch wieder alle Elemente der letzten Bitcoin-Hausse präsent: Erneut geht es in einem Tempo nach oben, das einfach nur atemberaubend ist. Neu gegenüber der Zeit vor dem Dezember 2018 ist allerdings die Verfügbarkeit eines Futures. Damit hatte sich seinerzeit die Charakteristik des Marktes zunächst schlagartig geändert, da seither auch ein liquides Instrument zur Verfügung steht, um auf fallende Kurse zu setzen. Diese zunehmende „Professionalisierung“ muss aber, wie jetzt zu sehen ist, nicht zu einer Stabilisierung des Marktgeschehens führen. Denn mit dem Future kann natürlich auch gehebelt auf steigende Kurse gesetzt werden.

Wer beim Bitcoin mitmacht, sollte sich vor allem auf den vorherrschenden Trend und wichtige Chartmarken konzentrieren: Derzeit sieht es so aus, als sei selbst das Allzeithoch aus dem Dezember 2018 fast schon wieder in Sicht- und Griffweite. Mit unserem Bitcoin-Zertifikat sind wir hier bekanntlich im Musterdepot ebenfalls engagiert – allerdings ungehebelt. Ohne Stopp-Loss sollte sich allerdings niemand in die Krypto-Welt wagen.

Vergleichsweise gemächlich ging es dagegen beim Gold zu, was im Vergleich zum Bitcoin aber auch auf jede andere Anlageform zutrifft. Gemessen an der eigenen Historie, tat sich bei der Feinunze in den letzten Wochen dagegen Bedeutsames. Warum Gold-Fans nun wieder Morgenluft wittern und wie wir die aktuelle Situation bei Gold & Silber einschätzen, lesen Sie im neuen Smart Investor 7/2019.

Musterdepot Aktien & Fonds

Wir kaufen noch einmal im Edelmetall-Bereich zu. Lesen Sie mehr dazu im heutigen Musterdepot. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

 

Smart Investor 6/2019 - Eigentum: Gut für alle!Smart Investor 6/2019:

 

Titelstory: Eigentum – Gut für alle!

Healthcare: Gesundheit in kleinen Dosen

Beteiligungsgesellschaften: Tops, Flops und das gesunde Mittelmaß

 SoftBank Group: Zwischen Genie und Wahnsinn

 

Fazit

Nicht alles was steigt ist Value – freuen Sie sich auf das neue Heft.

Christoph Karl, Ralph Malisch

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