Basisinfrastruktur bietet hohes langfristiges Wachstum

Interview

„Basisinfrastruktur bietet hohes langfristiges Wachstum“

Smart Investor im Gespräch mit Susanne Reisch, BANTLEON AG, über die Wachstumsperspektiven des Basisinfrastruktursektors und den Investmentansatz des Bantleon Select Infrastructure (WKN: A2PH94)

Smart Investor: Aus welchen Gründen ist ein Investment in Basisinfrastruktur für Anleger interessant?                                                                                                Reisch: Basisinfrastruktur, die u.a. die Bereiche Strom-, Wasser- und Energieversorgung sowie Transport und Verkehr umfasst, ist für das Wachstum einer Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Laut einer Studie von McKinsey werden bis ins Jahr 2035 jährlich etwa 3% bis 4% des globalen BIP in Infrastrukturmaßnahmen fließen. In diesem Zusammenhang spielen auch staatliche Ausgaben in diesem Segment eine entscheidende Rolle. Die Maßnahmen umfassen die Modernisierung der Infrastruktur in den entwickelten Ländern, aber auch Neuinvestitionen in den Schwellenländern. Nach der Finanzkrise stand Infrastruktur auf der Prioritätenliste nicht ganz oben; mittlerweile fließt aber auch durch den Kampf gegen den Klimawandel zunehmend Geld in langjährige Projekte. Versorger, die saubere Energie erzeugen, und der Transportsektor stehen dabei besonders im Vordergrund. In einem Kapitalmarktumfeld, in dem das Wachstum in vielen Sektoren abnimmt, ist das große Wachstumspotenzial dieses Segments sehr attraktiv.

Smart Investor: Wo sehen Sie die größten Risiken des Sektors?                                   Reisch: Risiken können vor allem hinsichtlich regulatorischer Maßnahmen und mangelnder Diversifikation auftreten. Grundsätzlich ist Regulierung nichts Negatives. In der Regel kann man sich entsprechend positionieren, wenn ein neuer regulatorischer Zyklus beginnt. Um Überraschungen zu vermeiden, analysieren wir auf Länder- und Subsektorenbasis das regulatorische Umfeld. Problematisch sind unerwartete, abrupte Veränderungen, die Sektoren langfristig unattraktiv machen. Klumpenrisiken lassen sich aber durch eine sinnvolle Diversifikation in der Portfoliokonstruktion vermeiden. Im Fonds investieren wir in alle Kernbereiche der Basisinfrastruktur, mit internen Höchstgrenzen für einzelne Sektoren wie z.B. Versorger.

Smart Investor: Welche charakteristischen Eigenschaften weist ein Portfolio von Basisinfrastrukturaktien auf?                                                                                  Reisch: Anleger können durch die stabileren Zahlungsströme des Sektors ein konjunkturunabhängigeres und damit schwankungsärmeres Portfolio im Vergleich zum breiten Aktienmarkt erwarten. Hinzu kommen ein langfristig hohes Wachstumspotenzial sowie ein attraktives Dividendenprofil. Unser Ziel bei der Dividendenrendite liegt zwischen 4% und 5%; aktuell weist das Fondsportfolio auf Zwölfmonatssicht eine durchschnittliche Dividendenrendite von 4,2% auf.

Smart Investor: Nach welchen Kriterien wählen Sie die Aktien des Fonds aus?  Reisch: Wir haben unser Anlageuniversum bereits so konzipiert, dass es defensiver ausgerichtet ist als der breite Aktienmarkt oder ein passiver Infrastrukturindex. Im Fonds spielen vor allem die Segmente Transport, Versorger und Telekommunikation wichtige Rollen. Zurzeit finden wir interessante Titel beispielsweise bei Umweltdienstleistern und Betreibern von Funkmasten. Nachdem wir attraktive Subsektoren identifiziert haben, suchen wir für den Fonds 35 bis 50 Qualitätstitel mit hohem Wachstumspotenzial, geringem regulatorischem Risiko und attraktiver Bewertung.

 

Susanne Reisch ist Senior-Portfoliomanager Infrastrukturaktien des Asset Managers Bantleon in München. Nach dem BWL-Studium mit Schwerpunkt Finanzen in Israel (IDC Herzliya) und einem Abschluss in politischer Ökonomie an der London School of Economics begann Frau Reisch ihre Berufstätigkeit als Aktienanalystin für lateinamerikanische Rohstoff- und Transportfirmen bei Citi-Banchile in Santiago de Chile und war anschließend im institutionellen Vertrieb für brasilianische Aktien bei Bradesco Securities in London. 2013 wechselte sie zur MEAG und arbeitete als Portfoliomanager Aktien und Mischmandate mit Fokus auf Infrastruktur und Finanzdienstleister sowie als Mitglied des Investmentkomitees. Danach war sie für die RobecoSAM AG als Produktspezialistin für nachhaltige Anlagestrategien tätig.