SUNARES

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Analyse von Christian Bayer

SUNARES

Wer beim Sunares an einen herkömmlichen Rohstofffonds denkt, geht fehl. Das Kürzel steht für Sustainable Natural Resources, angelegt wird in Aktien aus dem Segment Bodenschätze/natürliche Ressourcen. Den Long-only-Aktienfonds verantworten Udo Sutterlüty mit Sitz im beschaulichen Bregenzerwald und sein Kompagnon Colin Moor aus der Finanzmetropole London. Derivate werden prinzipiell gemieden. Zu den weiteren Grundsätzen zählt der Verzicht auf Investitionen in die Finanzindustrie und auf Performancegebühren.

Breite Diversifikation
Der von Benchmarkvorgaben freie Investmentansatz verfolgt eine Kombination aus Top-down- und Bottom-up-Elementen. Kennzeichnend für den Fonds ist eine breite Diversifikation der Einzeltitel und der Subsektoren. Neben Goldminen (aktuell mit knapp 21% gewichtet) sind beispielsweise auch Titel aus den Segmenten Energie, Lebensmittelproduktion, Agrar, Wasser und Wald enthalten. Nahrungsmittelkonzerne sind nach dem Goldminensektor mit 16,5% am zweitstärksten vertreten (Stand: 30.11.2019). In der Aktienauswahl besteht ein Fokus auf nachhaltige Themen, die dem Begriff „Sustainable“ im Fonds Rechnung tragen. Dazu zählen Investments in skandinavische Windenergieaktien wie Vestas Wind Systems oder Ørsted, den US-Wassertechnologiekonzern Xylem oder den australischen Abfallentsorger Cleanaway Waste Management. Die breite Subsektorenstreuung macht den Fonds unempfindlicher gegenüber starken Schwankungen, denen reine Edelmetallminenfonds oft ausgesetzt sind. Das bedeutet allerdings auch, dass der Fonds Haussephasen der Edelmetallminen nur bedingt mitmacht.

Defensive ohne Derivate
Der Fonds verzichtet auf riskante Einzelwetten. Positionen werden sukzessive und mit vergleichsweise geringem Anteil aufgebaut. Sutterlüty und Moor investieren in ca. 80 Unternehmen; die Top-Ten-Aktien machen nur etwa 25% des Portfolios aus. Neue Aktienpositionen werden anfänglich mit 0,5% bis 1% gewichtet. Bei einer positiven Entwicklung erfolgt eine Aufstockung. Einzelgewichtungen von über 2% resultieren in der Regel aus Performancezuwächsen. Grundsätzlich werden Gewinne laufen gelassen – wenn die Gewichtung allerdings ca. 4% überschreitet, kann auch teilweise Kasse gemacht werden.

Fundamentale Kriterien
Als fundamentale Kriterien dienen Sutterlüty und Moor vor allem Substanz, Wachstumspotenzial, Profitabilität und Bewertung der Unternehmen, in die sie investieren. Bei der Aktienauswahl wird auch der ökologische Fußabdruck der jeweiligen Firmen mit deren Auswirkungen auf die gesamte Umwelt berücksichtigt. Auf Sicht von fünf Jahren hat der Fonds 28,1% erzielt; in Sachen Performance rangiert er damit auf dem dritten Platz von 31 Fonds, die von Citywire der Rubrik „Aktien Rohstoffe: Bodenschätze“ zugeordnet werden. In dieser Peergroup konnte er sich auf Fünfjahressicht mit einem Maximum Drawdown von nur 18,1% den ersten Platz sichern, was auch Morningstar mit einem Rating von fünf Sternen über diesen Zeitraum honoriert. Der Fonds spielte hier seine defensiven Stärken aus, die Risikominimierung durch eine entsprechende Sektoren- und Aktienauswahl funktionierte auch ohne Hedging durch Derivate. Falls die Märkte es erfordern, können Cashbestände gehalten werden.

Christian Bayer

FONDS-SNAPSHOT                                                     WKN: A0ND6Y

Fondsberater: Colin Moor, Udo Sutterlüty                                                               Volumen: 16,5 Mio. EUR
Auflegungsdatum: 3.3.2008
Typ: Aktien natürliche Ressourcen