Aktien-Update: Agnico Eagle Mines

Bildnachweis: Agnico Eagle Mines Ltd.

Aktionäre von Goldminentitel sind einiges gewohnt. Dennoch dürfte es viele überrascht haben, dass mit Agnico Eagle Mines* (akt. Kurs 46,90 EUR, WKN 860325) eines der besten Unternehmen der Branche mit seinen Zahlen zum vierten Quartal 2019 seine Prognose für das laufende Jahr deutlich zurückschrauben musste. Statt 1,9 bis 2 Mio. Unzen Gold wird das Unternehmen lediglich 1,87 Mio. Unzen fördern.

Schlimmer noch: Dies liegt zum größten Teil an den technischen Problemen in der LaRonde Mine, die mit Cashkosten von 464 USD je Unze in 2019 die günstigste Mine des Unternehmens ist. Der Effekt auf den freien Cashflow dürfte daher enorm sein. Die eigentlich hervorragenden Zahlen für 2019 konnten die Anleger angesichts dieser Nachrichten kaum beschwichtigen. Der Kurs gab bereits am Donnerstag nach den Zahlen satte 15% ab. Die Aussagen des Managements deuten an, dass Agnico in LaRonde deutlich länger benötigen wird, um die Produktion hochzufahren.

Erschwerend kommt hinzu, dass Agnico in den letzten Jahren stets vorsichtige Prognosen abgegeben hat und diese meistens übererfüllen konnte. Nach der herben Enttäuschung stellen sich einige Anleger nun offenbar die Frage, ob die Aktie tatsächlich die Premiumbewertung verdient, die sie augenblicklich noch hat.

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SI-Kommentar: Die Probleme von Agnico Eagle zeigen eindrucksvoll auf, was Anleger bei Goldminen-Investments stets im Hinterkopf behalten sollten: Mining ist ein schwieriges Geschäft, bei dem der Erfolg nicht nur an einem nicht zu beeinflussenden Rohstoffpreis liegt, sondern auch an den geologischen Gegebenheiten der einzelnen Projekte. So ärgerlich der jüngste Rücksetzer ist, an der langfristigen Perspektive dürfte dies wenig ändern. Positiv zu werten ist zudem, dass es Agnico selbst in der Hand hat, die technischen Probleme zu lösen. Mit dem Ausblick auf 2021 und 2022 bestätigt das Management, dass das Unternehmen mittelfristig auf Kurs ist. Dann sollen 2,0 und 2,05 Mio. Unzen produziert werden.

Idealerweise hat das Management die aktuelle Gelegenheit genutzt, um die Erwartungen des Marktes einmal deutlich zurückzuschrauben und kehrt ab sofort zu seiner Politik einer eher konservativen Guidance zurück. Kritisch dürften einige Aktionäre dagegen gesehen haben, dass es vor den jüngsten Quartalszahlen einige Insiderverkäufe gegeben hat. Dazu sollte man allerdings wissen, dass das Management unter dem Strich weniger Aktien verkauft hat, als es durch laufende Optionsprogramme erhalten hat und immer noch mit deutlich höheren Anteilen als branchenüblich am Unternehmen beteiligt ist.

Es dürfte einige Quartale dauern, bis die Börse neues Vertrauen fasst. Zumindest dürfte vom ersten Quartal 2020 kaum ein positiver Impuls ausgehen, denn das Management erwartet, dass dieses die schwächsten Produktionszahlen des laufenden Jahres beinhalten wird. Agnico-Aktionäre müssen also Geduld beweisen – gut, dass Gold-Anleger darin geübt sind!