Neuralgische Punkte

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Die Märkte kämpfen um wichtige Entscheidungsmarken

Wahlnachwehen

Auch in der dritten Woche nach der US-Präsidentschaftswahl ist das Hauen und Stechen um das Weiße Haus noch immer nicht beendet. Selbst wenn die überwältigende Mehrheit der Medien davon ausgeht, dass die Sache inzwischen zu Gunsten Bidens entschieden ist, hält sich eine hartnäckige Minderheitsposition, die Trump weiter im Rennen sieht; ein Rennen, das inzwischen vor diversen Gerichten ausgetragen wird, wo man bekanntlich – wie auf hoher See – in Gottes Hand ist. Der Status Quo spricht aber weiter klar für Biden und der Trump-Kampagne läuft langsam die Zeit davon, um an diesem Status noch etwas Entscheidendes zu verändern. Offensichtliches Ziel ist, die Angelegenheit vor den US Supreme Court zu tragen, wo aktuell eine komfortable Mehrheit der „Constitutionalists“ besteht – das sind nicht unbedingt Trump-Anhänger, aber es sind Richter, die die US-Verfassung im Zweifelsfall wörtlich und nicht politisch auslegen werden. Da könnte es entsprechend passieren, dass einige Besonderheiten der zurückliegenden Wahl tatsächlich gerügt werden. Diese Reste von Unsicherheit über den Wahlausgang kann man auch am Facebook-Status der beiden führenden Köpfe ablesen. Joe Biden wurde dort aktuell als „Politiker“ geführt, Trump als „Kandidat für ein politisches Amt“. Derart nichtssagende Bezeichnungen könnte man auch jedem Lokalpolitiker anheften. So richtig verderben will man es sich beim Social-Media-Riesen weiter mit keiner Seite.


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Erstaunlich gelassen

Was aber machen die Märkte aus dem Hickhack? Sie reagieren weiter gelassen. Das ist deshalb erstaunlich, weil es hier nicht um zwei austauschbare Köpfe für ein „Weiter so!“ geht, sondern um Politikentwürfe, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Besonders deutlich wird das beim Thema Corona, wo Amtsinhaber Trump sich gegen weitere Lockdowns aussprach, während Joe Biden bereits ein sechswöchiges Herunterfahren der Wirtschaft angekündigt hat. Auch auf der internationalen Bühne stehen die USA an einer Weggabelung: Bidens erklärte Absicht ist es, das Land wieder zurück in jene internationalen Strukturen wie die WHO oder das Pariser Klimaabkommen zu führen, die Trump gerade erst verlassen hat. Schließlich sind die erheblichen Differenzen in der Wirtschafts- und Steuerpolitik zu nennen, wobei Trump hier insgesamt für den klar unternehmensfreundlicheren Kurs stand, Biden allerdings in den „grünen Branchen“ für eine erhebliche Sonderkonjunktur sorgen könnte.

Sanfte Übergänge

So gesehen dürfte es zur Beruhigung der US-Aktienmärkte beigetragen haben, dass Biden den extremen linken Flügel seiner Partei – unter anderem verkörpert durch Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez – weiter auf Distanz halten will. Auch an der Spitze der Fed – für Börsianer die wohl relevanteste Position – ändert sich bis zum Jahr 2022 erst einmal nichts. Und selbst danach wird sich eine Biden-Regierung kaum das Leben durch einen geldpolitischen Falken unnötig schwer machen. Billiges Geld ist eine gute Nachricht, ebenso wie ein insgesamt wieder ruhigerer Politikstil. Dieses Mehr an Berechenbarkeit zeigt sich auch in einigen vertrauten Persönlichkeiten aus der Obama-Zeit: So soll etwa die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen das Finanzresort übernehmen und der frühere Außenminister Kerry eine neue Stelle als Klimabeauftragter antreten.

Neue Akzente

Die letztgenannte Personalie setzt auch einen Akzent, der sich in der weiteren Bevorzugung „grüner Aktien“ zeigen sollte. Neben der Entwicklung der Aktienindizes insgesamt sollte es sich in Zeiten eines solchen Umbruchs vor allem lohnen, das Entstehen von relativer Stärke bzw. Schwäche genau zu beobachten. Denn die Marktteilnehmer versuchen sich hier – aus wohlverstandenem Eigeninteresse versteht sich – an die von ihnen so wahrgenommenen Entwicklungen anzupassen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist allerdings nicht als echtes Vorwissen zu verstehen, sondern lediglich als ein, jederzeit wieder korrigierbarer Zwischenstand in einem voranschreitenden Annäherungsprozess an die künftige Wirklichkeit.


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Hopp oder Topp?

Beim S&P 500 (vgl. Abb. 1) sehen wir aktuell einen jener neuralgischen Punkte erreicht, an denen es gerne zu Pattsituationen zwischen der Käufer- und Verkäuferseite kommt. Mit dem gestrigen kraftvollen und umsatzstarken Tag ist der Index nun ziemlich genau an der oberen Begrenzung seines Aufwärtstrends angekommen (vgl. Smart Investor 12/2020, „Das große Bild“, S. 39). A priori lässt sich daraus keine sichere weitere Richtung ableiten. Allerdings wird sich diese Situation nach einer Seite auflösen, was dann zu entsprechendem Anpassungsbedarf der unterlegenen Seite führt. Kommt es also zu einem Durchbruch der Trendlinie nach oben, ist mit einer erneuten Dynamisierung des Aufwärtstrends zu rechten. Ein fundamentales Argument dafür könnte eine weiter ultralockere Geldpolitik zur Bewältigung der Corona-Krise oder ein staatliches Ausgabenprogramm im Rahmen eines Green New Deal sein. Sollte die Linie allerdings nicht überwunden werden, wäre das Abprallen des Index nach unten eine reale Möglichkeit – und zwar eine, die sich dann ebenso mühelos fundamental begründen ließe: Anhaltende Querelen um das Weiße Haus und schwerer Wirtschaftseinbruch aufgrund der Lockdown-Politik.

Goldene Flagge?

Fast spiegelbildlich stellt sich die Entwicklung der Edelmetalle während der letzten Monate dar. Die Kursentwicklung verlief enttäuschend und von den Allzeithochs aus dem August haben wir uns schon wieder ein gutes Stückweit entfernt. Das ist vor dem Hintergrund der Kursentwicklung bei den Aktien auch gar nicht so verwunderlich. Solange dort mit den Allzeithochs geflirtet wird, bleibt Gold als alternative „Risk off“-Anlage vernachlässigt. Ganz abschreiben sollte man das Edelmetall dennoch nicht. Denn einerseits bleibt die Weltlage weiter spannungsgeladen genug, um auch die eine oder andere faustdicke Überraschung bereitzuhalten. Andererseits würden wir die Kursentwicklung bei Gold seit August als potenzielle Flaggenkorrektur bewerten (vgl. Abb. 2). Eine solche Formation gilt Charttechnikern als trendbestätigend, sollte also letztlich nach oben verlassen werden, und damit den zuvor herrschenden Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Allerdings ist an der eingezeichneten Flagge gut zu erkennen, dass es auch noch Spielraum bis unter 1.800 USD/Feinunze gibt, je nachdem ob man die Parallele durch die gut bestätigten Zwischentiefs (solide rote Linie) oder durch das Extremtief am Anfang der Korrektur (gestrichelte Linie) zieht. Diese unteren Begrenzungen der Flagge bewerten wir als die eigentlichen neuralgischen Punkte des Goldcharts, nicht aber die 1.800er Marke. Ein solcher letzter Ausschüttler ist nach einer zähen Korrekturbewegung auch gar nicht ungewöhnlich und würde letztlich jene Marktbereinigung vollenden, die sich dann als solide Basis für einen neuen Kursaufschwung erweisen könnte. Streng genommen wäre der Goldpreis sogar schon jetzt überverkauft genug, um einen solchen Erholungsversuch zu wagen. Fundamentale Gründe für steigende Goldpreise gibt es ohnehin weiter zuhauf.

Musterdepots & wikifolio

In der Rubrik Musterdepots & wikifolio berichten wir heute über die Entwicklung bei unserem wikifolio „Smart Investor – Momentum“. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

Smart Investor 12/2020:

Titelstory: Small Caps in Zeiten von Corona

Aktienselektion: Erfolg mit doppelter Momentumstrategie

Malta: Nicht unbedingt günstig, aber dafür lebenswert

Corona: Wenn die Freiheit auf der Strecke bleibt.

Fazit

In einer Zeit anhaltender Unsicherheiten haben sich die Märkte an neuralgische Punkte herangetastet. Zwingend kann daraus weder ein Abprallen noch eine Beschleunigung der bisherigen Bewegungen abgeleitet werden. Entscheidend für den weiteren Verlauf werden wohl die weiteren Impulse aus den Themenkreisen US-Wahl und Corona sein.


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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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