Strategiefonds

AdobeStock 257675395

ARTIKEL TEILEN

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on email
Email

Inside

Mehrwert mit Methode?

Ohne Methode ist Erfolg an der Börse oft nur ein „lucky punch“. Strategisches Rüstzeug ist Voraussetzung, genügt aber nicht, um Mehrwert an den Märkten zu erwirt­schaf­ten. Das Bonmot des englischen Premiers Winston Churchill, erfahrener poli­tischer Stratege im Zweiten Weltkrieg, gilt auch für den Kapitalmarkt: „However beauti­ful the strategy, you should occasionally look at the results.“

Quantitative Strategie
Der IQ Global (WKN: HAFX7P) von der GFA Vermögensverwaltung setzt auf eine quantitative Strategie, die technische Indi­katoren in unterschiedlichen Märkten zur Trendphasendiversifikation nutzt. Die Netto­aktienquote wird über Futures gesteuert und kann bis zu 200% betragen. In der Um­setzung werden u.a. Minimum-Volati­lity-ETFs genutzt, die der Stabilisierung des Portfolios dienen. In den vergangenen drei Jahren erzielte der Fonds 4,3% und damit weniger als der Durchschnitt der Peergroup „Mischfonds EUR Flexibel – Global“.

Heimische Titel im Blick
Die Strategie des Deutsche Aktien SYSTEM (WKN: A2DXXA) kommt von Toren­do Capital Solutions. Das Anlageuniversum bilden Aktien der vier deutschen Indizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX. Das Handelssystem zielt auf momentumstarke Titel ab, die bei Kauf ­gleichgewichtet werden. Mit dem Einstieg werden auch Kurs­ziele und Stopp-Losses fixiert. ­Ergänzt wird die Einzeltitelauswahl je nach Marktlage durch systematische Long- und Shortpositionen im DAX- und Bund-Future. Auf Sicht von drei Jahren erwirtschaftete der Fonds 6,4%. Damit liegt er aktuell hinter der Peergroup „Mischfonds EUR ­flexibel“.

NASDAQ, aber nervenschonend
Der US-amerikanische Technologieindex Nasdaq-100 gilt als Benchmark für Unter­nehmen, die für Fortschritt und Innovation stehen. Allerdings müssen Investoren für eine überdurchschnittliche Rendite auch ein vergleichsweise hohes Maß an Vola­tilität aushalten. Ein strategischer Ansatz von Antecedo Asset Management soll Abhilfe schaffen. Der Fonds ist mindestens zu 51% in Aktien des Technologieindex inves­tiert. Zusätzlich werden Optionen auf Einzelaktien ver- und Absicherungen gekauft – dadurch werden Kurschancen begrenzt, aber auch Verluste reduziert. Im Corona-Crash-Monat März 2020 verbuchte der Antecedo Defensive Growth (WKN: A2PMW9) ein Plus von 2,7%, ein ETF auf den Nasdaq-100 in Euro hingegen ein Minus von 7,7%. Seit Auflegung im ­Februar 2020 konnten Anleger mit dem Antecedo-­Fonds 45,9% verdienen.

Vates-Ampel
Im volatilen Börsenjahr 2020 erzielte der Vates Parade (WKN: A12CRN) mit ­einem Plus von 9,3% ein beeindruckendes Ergeb­nis. Der Vermögensverwalter Vates Invest rückt den Märkten mit den Signalen der Vates-Ampel zu Leibe. Sie besteht aus ­einem Bündel von Indikatoren und dient dazu, Prognosen über starke und schwache Aktien­phasen zu treffen. Über liquide ­Indexfutures kann die Einzelaktienquote im Fonds von -33% bis +133% gesteuert werden. Bislang konnten Anleger mit Performance und Risikobegrenzung zufrieden sein. Der Firmen­name Vates wurde nicht zu Unrecht gewählt: Mit dem Begriff bezeichneten die alten Römer Seher, die in die Zukunft blicken konnten. Auf Sicht von drei Jahren ­erzielte der Fonds 20,2% und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der Peergroup „Mischfonds EUR flexibel – Global“.

L/S-Strategie
Die Long/Short-Strategie mit Long Bias des Threadneedle Global Extended Alpha (WKN: A2JR9H) bietet einen ­langjährigen und ausgezeichneten Track Record. Der von Neil Robson und Ashish Kochar ­gemanagte Fonds wurde im Januar 2019 aufgelegt, die Strategie wird jedoch seit 2008 umgesetzt. Auf der Longseite werden Qualitätsunternehmen mit starker Marktstellung gefiltert, geshortet werden u.a. Firmen, die unter starkem Wettbewerbsdruck stehen. Auf der Longseite sind Tech-Blue-Chips aus den USA wie Alphabet und Microsoft am höchsten gewichtet. Der Ansatz ­erzielte in drei Jahren 61,8% und übertraf damit die Peergroup „Aktien weltweit Standardwerte Growth“.

Strategisch gegen die Inflation
Langfristiges Performanceziel des Strategie­fonds Sachwerte Global (WKN: A0RHEQ) ist die Erwirtschaftung einer Rendite von mindestens vier Prozentpunkten über der deutschen Inflationsrate. Der Fonds wird von der Rheinischen Portfolio Manage­ment verwaltet und setzt auf die Anlageklassen Immobilien (ca. 26%), Rohstoffe (ca. 5%), substanzhaltige Aktien (ca. 48%), Absolute-Return-Strategien (ca. 2%) und Bonds (ca. 16%), wie z.B. inflationsgeschützte Anleihen. Als Instrumente ­werden etwa Zielfonds und physisch besicherte Exchange-Traded Commodities genutzt. In drei Jahren erzielte der Fonds 12,8% und übertraf die Peergroup „Mischfonds EUR defensiv – Global“.

Smart-Beta-ETF
Im ETF-Segment können Anleger nicht nur auf herkömmliche Indizes setzen, die meist nach Marktkapitalisierung ge­wich­tet sind. Strategic-Beta-ETFs bilden Aktien­körbe nach Faktoren wie Quality, Value oder Low Volatility ab. Der Xtrackers MSCI World Momentum ETF (WKN: A1103G) versammelt trendstarke Aktien aus dem Mutterindex MSCI World. Halbjährlich erfolgt eine Anpassung. Ähnlich wie beim MSCI World dominieren ­regional mit rund 67% die USA. Aktuell sind ­Apple, Tesla und JP Morgan Chase am höchsten gewichtet. In drei Jahren erzielte der Fonds 46,8% und lag damit hinter der ­Kategorie „Aktien weltweit Standardwerte Growth“.

Aus der Bahn
Die berühmten schwarzen Schwäne wie der Corona-Crash im März 2020 können auch ausgeklügelte Strategien aus der Bahn werfen – so geschehen beim Absolute ­Return Multi Premium (WKN: A2AGM2), den Sergej Crasovschi von der Portfolio Advice GmbH verantwortet. Investments in diversifizierte Risikoprämien unterschiedlicher Anlageklassen sollten für Wertstabilität sorgen. Auf Kursverluste über längere Zeiträume wie in vorangegangenen Krisen wäre das Portfolio vorbereitet gewesen, auf einen kurzen Crash jedoch nicht. Probleme bereiteten der ­Strategie in der Corona-Panik vor allem kurzfristige Dividendenfutures, die deutlich einbrachen. Der Multi-Prämien-­Ansatz, der vor fünf Jahren mit einer jährlichen Zielrendite von 4% bis 5% p.a. an den Start gegangen ist, verbuchte im März 2020 ein Minus von gut 41%. Auf Sicht von drei Jahren verlor der Fonds 25,2% und damit deutlich mehr als die Vergleichskategorie „Alternative Inv Multi­strategy EUR“.

UNSERE EMPFEHLUNGEN