Leserbriefe Januar 2022

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Noahs Weitsicht

? Schöne Abwechslung
Ich bin ein großer Fan der YouTube-Videos des Spieltheo­retikers Prof. Dr. Christian Rieck. Bislang hatte ich ihn nicht so sehr mit Börsenthemen in Verbindung gebracht, weshalb mich das Interview mit ihm im Smart Investor (S. 58 in Ausgabe 12/2021) zunächst gewundert, aber natürlich auch gefreut hat. Eine schöne Abwechslung, wie ich meine.
Bernd Randers

SI Wir verfolgen Prof. Dr. Riecks YouTube-Kanal ebenfalls schon länger. Als wir ihn dann auf der World-of-Value-Konferenz Ende Oktober in Frankfurt live erlebten, baten wir ihn spontan um das Interview. Wir finden, dass Prof. Dr. Rieck ein sehr interessanter Gesprächspartner ist, zumal wir ja den ­Bogen meist etwas weiter als nur über Börsenthemen ­aufspannen.

? Schreckgespenst Inflation
Wie Sie anhand Ihrer früheren Titelbilder auf S. 18 ­belegen, hat Smart Investor schon lange das Thema Inflation auf dem Schirm, allerdings zumindest früher zu Unrecht. Warum soll das jetzt anders sein?
Raik Meusser

SI Wie in unserer Titelgeschichte ausgeführt, gehen ungedecktes Geld und Inflation Hand in Hand. „Zu ­Unrecht“ hatten wir sie nicht thematisiert; vielmehr zeigt sich die Inflation erstens nicht immer offen, z.B. weil sie sich lange Zeit nur in den Assetpreisen niederschlägt, und zweitens kann sie durch geeignete statistische Methoden mehr oder weniger lange vertuscht werden. Beide Punkte hatten wir in unserem Artikel aber angesprochen.

? „Pandemie der Ungeimpften“
Sie fragen sich im Artikel „Droht ein Katastrophenwinter?“ auf S. 38 rechts unten im Heft 12/2021, woher die dramatischen ­Zahlen (Ungeimpfte auf Intensivstationen) stammen, die unsere Politiker herumreichen. Der von ­Ihnen zitierte DIVI-Präsident Prof. Dr. ­Gernot Marx versteht offenbar selbst nicht, dass diese Zahlen schon von seinem DIVI ans RKI geliefert werden. Was soll man dazu sagen?

Smart Investor 12/2021

Ich habe recherchiert und im neuen CODAG-Bericht Nr. 23 der Universität München sowie im RKI-Wochenbericht die Zahlen dazu ­gefunden. Demnach besteht eine sehr hohe Korrelation ­zwischen der Anzahl an Patienten, die auf der Intensivstation landen, und der Impf­quote. Dieser Zusammenhang besteht ­offenbar zwischen der Inzidenz und der Impfquote nicht, wie Sie ja auch anmerken. Ich habe auch ­keine Erklä­rung für Letzteres.
Ich persönlich kann viele Argumente der Impfgegner nachvollziehen und bin vielfach der gleichen Meinung, aber mitt­lerweile sehe ich auch keinen Weg mehr, aus dem Corona-Schlamassel rauszukommen, als mit Impfung. Es ist natürlich ein Desaster, dass in Deutschland die Krankenhausbetten abgebaut werden und die Pfleger keinen ordentlichen Lohn für ihre schwere und gefährliche Arbeit bekommen. Das ist unglaublich. Der Corona-Winter 2021 wird hart. Bleiben Sie gesund! Ich ­möchte den Smart Investor auch weiterhin lesen!
Ellen Schremmer

SI Wir zweifeln nicht an, dass es solche Zahlen zum Anteil der Ungeimpften auf den Intensivstationen in irgendwelchen Berichten gibt – aber wenn der Chef der einzigen Behörde, die solche Zahlen wirklich zuverlässig ermitteln könnte, offiziell im Bundestag sagt, dass diese Zahlen nicht ermit­telt werden, dann kann man das nicht einfach abtun. Zudem ist inzwischen ­bekannt, dass in einigen Bundesländern bei der Ermittlung der Zahlen offen­bar sehr kreativ gerechnet wird. So werden diejenigen Patienten mit „unbekanntem Impfstatus“ (deren Anteil lag im genannten Fall in Bayern bei fast 60%, ­siehe Focus.de) einfach den Ungeimpften zugerechnet, was sich völlig verzerrend auswirkt.
Wenn man bei der Ermittlung der Rohdaten mit einem solchen Bias (Verzerrung) vorgeht, dann lässt sich nahezu jede „­gewünschte“ Quote herbeizaubern, die dann in irgendwelchen Berichten veröffentlicht werden kann.

? Katastrophenwinter?
Angenommen, die Zahlen zu Corona und den ­Impfungen stimmen nicht und die Po­litik versagt bei den Intensivbetten – warum soll dann die Börse nach unten gehen, wie Sie im Artikel zum „Katastrophenwinter“ schreiben?
Ronald Meyerhagen

SI Die neue Regierung unter Olaf Scholz hat gleich zu Beginn etwa einem Viertel der Bevölkerung den Kampf angesagt. Das dürfte unserer Einschätzung nach Sand ins ­Getriebe einiger Branchen streuen, insbesondere der Gesundheitsbranche. Dies könnte zu massiven Unruhen führen, wie sie teilweise bereits in anderen euro­päischen Ländern wie den Niederlanden und Frankreich zu beobachten sind. Zudem sind Lockdowns wieder zu erwarten, zumindest teilweise. Und davon dürften auch die Börsen nicht unbeeindruckt bleiben – denn die anderen Themen, die wir schon in früheren Ausgaben beschrieben haben, sind ja noch auf dem Tisch, als da wären: massiv anziehende Inflation, Schieflage von Evergrande (zweitgrößter Immobilienentwickler Chinas), weltweite Desynchronisierung der Logistikströme, teils enorm hohe Bewertungen v.a. bei den Growth-Aktien usw. Demnach ­bleiben wir bei unserer Prognose eines drohenden Katastrophenwinters.

? Noah und der Regen
In der vorletzten Ausgabe (11/2021) haben Sie ­einen Leser­brief veröffentlicht, in dem Galileo als erster Verschwörungs­theoretiker bezeichnet wird. Aus meiner Sicht war aber Noah der ­erste Verschwörungstheoretiker – und dann kam der Regen. Sie wissen gar nicht, wie dankbar ich und vermutlich viele andere Leser für Ihre Arbeit sind. Es ist toll, wie Sie sich für Freiheit und Ehrlichkeit einsetzen. Bitte weiter so!
Robert Volkmann

? Spenden für Südamerika?
Ich bemerke schon seit Längerem eine Anzeige von einer Mopani-Stiftung im Heft, welche von Smart Investor wohl gespon­sert wird. Allerdings ist diese Stiftung wohl nur in Südamerika aktiv, weshalb ich mich frage: Warum unterstützen Sie keine Stiftung, die sich um Belange hier in Deutschland kümmert?
Joseph Mehringer

SI Wie sagte unser Gesprächspartner Matthias Burchardt im Interview im Heft 10/2021 (S. 24): „­Verschwörungstheorie ist, wenn man die Wahrheit zu früh ausspricht.“ Wenn man vor einem Jahr Politikern wie Jens Spahn, Karl Lauterbach oder Olaf Scholz zu ihren Aussagen bzw. Beschwörungen widersprach, dass es keine Impfpflicht geben würde, wurde man als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Jetzt wird die Impfpflicht vermutlich bald Realität.
Dass Sie uns in Verbindung mit Freiheit und Ehrlichkeit nennen, ehrt uns. Wir schließen daraus, dass Sie das nicht bei jeder Publikation so sehen. Als Vertreter der Österreichischen Schule ist Freiheit für uns das, was einen selbstbestimmten Menschen tatsächlich ausmacht – das Gegenstück wäre ein Sklave. Und Ehrlichkeit sollte – auch im Medien- und Politikbetrieb – eigentlich selbstverständlich sein. Tatsächlich ist sie das überhaupt nicht, wie das Beispiel mit der Impfpflicht verdeutlicht.

SI Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst: Bernd Jäger, der Initiator und Geber des Stiftungsvermögens von Mopa­ni, ist uns seit Langem bekannt, sodass wir uns trauen, seine ­Arbeit einzuschätzen. Während bekanntere große Stiftungen ­oftmals 20%, 30% oder noch mehr ihres Spendenaufkommens für Verwaltung und Marketing ausgeben, liegt dieser Anteil bei Mopani bei 0%, denn Jäger bezahlt alle anfallenden Kosten aus der eigenen ­Tasche. Weiterhin gefällt uns die Idee, dass man mit einem relativ geringen Aufwand vom Schicksal gebeutelten Kindern in ihrer natürlichen Umgebung helfen und eine vielversprechende Grundlage für ihr weiteres Leben bieten kann. Die Alter­native dazu ist nämlich in Mittelamerika oftmals, dass solche Kinder von den verbliebenen Angehörigen nach Norden in die USA geschickt werden, was für viele davon zum Desaster wird und nicht selten tödlich endet. Insofern praktiziert Jäger aus ­unserer Sicht das Modell „effiziente Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort“, wie es auch beim Flüchtlingsthema hier in Europa praktikabel und vor allem deutlich effizienter wäre.
Interessierte finden ein Interview mit Bernd Jäger im Heft 1/2017 auf S. 58 und einen Bericht von den Mopani-Projekten in Aus­gabe 1/2021 auf S. 62. Vor einem Jahr konnten mit den (teils regel­mäßigen) Spenden aus dem Kreis der damals 50 Smart-­Inves­tor-Leser 44 Waisenkinder (von insgesamt 152 betreuten Kindern) finanziert werden. Bis heute ist der Kreis der ­gebefreu­digen ­Leser auf 70 angewachsen, welche 60 der nun insgesamt 174 Kinder mit ihren Spenden finanzieren. Der Anstieg auf 174 Kinder war durch den Neubau eines neuen Waisenhauses in Nicaragua möglich. Ein weiteres Haus befindet sich im Bau, dessen Fertigstel­lung sich aufgrund der Lieferengpässe bei Baumaterialien etwas verzögert; vermutlich wird es im März 2022 bezugsfertig sein.
Unser Engagement für die Mopani-Stiftung ist als Anregung für Leser gedacht, die einen Teil ihrer Börsengewinne für Menschen spenden wollen, mit denen es das Schicksal weniger gut gemeint hat. Aber natürlich empfinden wir auch die Unterstützung jeder anderen Organisation, z.B. mit einem Fokus hier auf Deutschland, als sinnvoll – vorausgesetzt, dass die vereinnahmten Mittel ehrlich und effizient verwendet werden.

? Impflogik
Die Geschützten müssen vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man die Ungeschützten zwingt, sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten nicht schützt.
Peter Müller

SI Schwer, etwas dagegen zu sagen.

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen. Je ­kürzer ein Leserbrief (bitte mit Namen und Ort), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er an dieser Stelle abgedruckt und beantwortet wird. Leserbriefe bitte an info@smartinvestor.de oder an die im Impressum angegebene Postadresse senden.

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