„Das Kartell der Federal Reserve“

Ein Buch mit einem solchen Titel schürt hohe Erwartungen. Leider wird es seinem Anspruch und dem an und für sich interessanten Thema nicht gerecht. Schon der Blick auf das dünne Taschenbuch im DIN-A5 Format lässt erahnen, dass hier weder sensationelle Enthüllungen noch rauchende Colts präsentiert werden können. Stattdessen erhält der Leser in vier Kapiteln eine abgehackte und undetaillierte Aneinanderreihung bekannter Fakten, Gerüchte und Halbwahrheiten. Harte und verkürzte Aussagen werden selten mit seriösen Quellenangaben untermauert.

Der Autor scheitert schon dabei, die acht im Untertitel des Buches genannten Familien vollständig und übersichtlich aufzuzählen. Dafür weist er mit besonderer Verve auf Verschwägerungen und Fusionen unter Banken und Bankern hin, was per se schon als Beleg für Ungeheuerliches gelten soll. Eindeutig falsche und bei einfacher Recherche leicht widerlegbare Behauptungen wie „die Rothschilds und Warburgs gehören zu den wichtigsten Anteilseignern der Deutschen Bundesbank“ lassen an der Glaubwürdigkeit aller (nicht) belegten Behauptungen des Autors deutlich zweifeln.

Ganz abenteuerlich – sogar für den für Verschwörungstheorien sehr aufgeschlossenen Leser – wird es dann im 3. Kapitel. Hier wird auf weniger als 20 Seiten fast in einem Atemzug ein einfacher Zirkelschluss von König David, den Kreuzrittern, Freimaurern, Prieure de Sion, Templer-Orden, Illuminati und anderen Geheimgesellschaften hin zu den Fed-Eignerfamilen geboten. Die rechtliche und organisatorische Struktur der Federal Reserve wird sachlich – wenn überhaupt – nur gestreift. Wer sich in die Materie „Federal Reserve“ wirklich gut und seriös einlesen möchte, ist bei Autoren wie z.B. Ron Paul („Befreit die Welt von der USNotenbank!“) oder G. Edward Griffin („Die Kreatur von Jekyll Island“ – s. auch Interview S. 20; beide Bücher entstammen ebenfalls dem Kopp Verlag), eindeutig besser aufgehoben.