„Der Euro-Crash kommt“

Was würde passieren, wenn die Verantwortlichen von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen ihren Mitarbeitern „Der Euro-Crash kommt“ von Michael Grandt als neues Leitinstrument zur Finanzberatung in die Hände drückten? Nun, eignen würde sich das Buch abgesehen von den fehlenden Charts allemal. Denn es ist kritisch, strukturiert und mit 537 Literaturhinweisen sehr umfassend geschrieben. Grandt geht sowohl auf die klassischen Felder der Kapitalanlage wie Lebensversicherung, Riester-Rente und Bausparvertrag als auch auf Immobilien, Aktien, Anleihen, Fonds und Edelmetalle ein. Ferner finden sogar Seltene Erden, Private-Equity-Fonds oder Holzinvestments Erwähnung.

Sehr genau schildert er dabei die Vor- und Nachteile einer jeden Anlageklasse. Zusätzlich wartet das Buch noch mit einigen lesenswerten Schmankerln wie dem § 89 des Versicherungsaufsichtgesetzes zur Insolvenzabwicklung bei Versicherungsgesellschaften oder Franklin Roosevelts Begründung zum Goldverbot aus dem Jahr 1933 auf.

Welche inhaltlichen Folgen ergäben sich aber, wenn die Mehrzahl der Berater nicht mehr an Norbert Blüms sichere Renten oder Angela Merkels Optimismus bei der Brandbekämpfung der Euroschuldenkrise glaubte? Wenn die Zunft stattdessen den Ratschlägen eines Dr. Bruno Bandulet, William Engdahl oder Daniel Haase, auf die sich Grandt u.a. bezieht, folgte? Gut, die Sparer und Anleger würden wohl händeringend nach Alternativen suchen und vielleicht den Großteil des deutschen Volksvermögens in Höhe von rund 5 Billionen EUR umschichten. Zu den Konsequenzen, die sich wiederum daraus ergäben, äußert sich Michael Grandt nicht. Das muss er auch nicht. Vielleicht ist dies ja das Thema seines nächsten Buches. Man darf gespannt sein, denn mit „Der Euro-Crash kommt“ hat er ganze Arbeit geleistet.