Aktien Update – Merkur Bank KGaA

Die Merkur Bank KGaA (akt. Kurs 7,50 EUR; WKN 814820) hat nach vorläufigen Zahlen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 absolviert. Die Münchner Privatbank steigerte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um mehr als 64% auf 11,2 Mio. EUR. Allerdings sind hier Sondereffekte in Höhe von 2,9 Mio. EUR durch aufgelöste Rücklagen und aufgelöste Wertberichtigungen enthalten. Ein neuer Höchstwert von 520 Mio. EUR (+4 %) wurde auch beim Neugeschäftsvolumen der Bauträgerzwischenfinanzierung erreicht: Schließlich stieg auch das Depotvolumen um 32% auf 140 Mio. EUR.

Für weiteres Wachstum sieht sich die Merkur Bank gut gerüstet, da im Februar 2014 eine nachrangige Anleihe in Höhe von 4 Mio. EUR platziert wurde, im Oktober sollen weitere 2,5 Mio. EUR im Rahmen dieser so genannten Tier1-Anleihe (praktisch Endlosläufer, auf das Kernkapital der Bank anrechenbar) begeben werden. Das Kernkapital würde sich dann auf 52 Mio. EUR belaufen.

Die MERKUR BANK mit Hauptsitz in München ist eine inhabergeführte Privatbank mit Filialen in Bayern, Sachsen und Thüringen. Die Geschäftsbereiche der Bank sind die Bauträgerzwischenfinanzierung mit dem Fokus auf der Finanzierung von Wohnbauprojekten und die Leasingrefinanzierung. Im Geschäftsbereichen Firmenkunden und Privatkunden bietet Merkur klassische Bankdienstleistungen über ihr Filialnetzwerk.

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SI-Kommentar: Die Zahlen der Merkur Bank überzeugen, und dass das Kapital für weiteres Wachstum ohne die Verwässerung für die Anleger aufgenommen wurde, sorgt für weiteren Charme. Allerdings beinhaltet die Tier1-Anleihe auch ein gewisses Risiko, da die steuerliche Absetzbarkeit der Zinsen noch nicht endgültig geregelt ist. Aber selbst wenn die Zinsen unter den Tisch fallen würden sieht Bankchef Dr. Marcus Lingel diese Form der Kapitalbeschaffung als günstigste Alternative an.

Da es nur 5,17 Mio. Aktien gibt, errechnet sich beim aktuellen Kurs aus dem Ergebnis 2013 ein geringes KGV von 5 – und da sind die Sondereffekte bereits herausgerechnet. Um die künftigen Anforderungen an die Risikotragfähigkeit zu erfüllen wird die Bank weiter Kapital aufnehmen müssen, gegebenenfalls auch über eine Kapitalerhöhung und damit Verwässerung. Doch selbst für diesen Fall und auch der Tatsache eingedenk, dass KGaA-Konstruktionen bei Anlegern nur mäßig beliebt sind, erscheint der Bewertungsabschlag deutlich übertrieben. Entsprechend attraktiv sind die Chancen, zumal Merkur ausschließlich in Deutschland aktiv ist und nach eigenen Angaben von den Turbulenzen in den EU-Staaten kaum spürbar tangiert ist. (spr)

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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