SIW 19/2014: Die Akte Odessa

Zwei Perspektiven
Der gemeinsame Nenner bei der Interpretation der Ereignisse vom 2. Mai in Odessa ist klein. Als gesichert darf gelten, dass mindestens 40 Menschen in einem brennenden Gewerkschaftshaus ums Leben kamen. Nach Angaben aus der ostukrainischen Unabhängigkeitsbewegung soll es mehr als 100 Todesopfer gegeben haben – so oder so, ein weiterer trauriger Höhepunkt der betriebenen Eskalation und Destabilisierung des Landes. Die Kiewer Machthaber sehen offenbar nicht nur bewusst weg, sondern nehmen billigend in Kauf, dass gut organisierte Banden für sie im Osten die Drecksarbeit machen – also die Jagd auf den politischen Gegner bis zu dessen physischer Vernichtung. Man kennt sich. Frau Timoschenko, die in Kiew allerdings (noch?) nicht wieder am Drücker sitzt, lässt uns ja gelegentlich an ihrem Weltbild und ihren anti-russischen Gewaltphantasien teilhaben. Die neuen Freunde und Freundesfreunde der „Westlichen Wertegemeinschaft“ in Kiew und Umgebung scheinen alleine nach dem Kriterium „der Feind meines Feindes“ ausgewählt worden zu sein. Angesichts der Menschenhatz, die in Odessa und der Ostukraine stattfindet, dürfte man auf der Krim vermutlich heilfroh sein, dass man – wie das in den „eingebetteten Qualitätsmedien“ des Westens unisono hieß – von Russland „annektiert“ wurde. Tatsächlich entsprach diese „Annexion“ dem überwältigenden Mehrheitswillen der dortigen Bevölkerung. Selbstbestimmung und – Gott bewahre – Sezession sind aber genau die beiden Themen, die den Machtzirkeln in „unserem Europa“ die Zornesröte ins Gesicht treiben. Würde das Thema innerhalb der EU Schule machen – unter den europäischen Regionen gäbe es genügend Kandidaten –, dann wäre sehr schnell die Existenzfrage für den Brüsseler Apparat gestellt. Zur sharewise Community

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Das Schweigen der Leitwölfe

Dass die aktuellen ukrainischen Machthaber im Osten des Landes einen schweren Stand haben, mag man auch daran ermessen, dass sie sich nicht länger nur auf die ihnen nahestehenden Schlägerbanden des „Rechten Sektors“ verlassen. Inzwischen wird auch schweres militärisches Gerät in Stellung gebracht bzw. bereits eingesetzt – gegen die eigene Bevölkerung wohlgemerkt. Wo bleibt da eigentlich der Aufschrei unserer Medien? Auch bei den Opfern von Odessa – und das kennen wir nicht nur aus der Ukraine – wird offenbar genauestens unterschieden, welche Opfer in jene Storyline passen, die dem Publikum verkauft werden soll. Ein Opfer ist eben nur dann ein Opfer, wenn es auf der „richtigen“ Seite stand. Dass an den Vorgängen rund um das gebrandschatzte Gewerkschaftshaus einiges nicht ganz passt, kann man nicht nur Augenzeugenberichten entnehmen, es liegt im Internet inzwischen auch massenhaft Bild- und Filmmaterial (www.youtube.com, Stichworte „Odessa“ + „2014“ – Achtung explizit und nichts für schwache Nerven!) vor, das sich nicht so leicht wegdiskutieren lässt – etwa von seltsam verkohlten Leichen oder Männern, die auf das brennende Gebäude schießen und so die Eingeschlossenen daran hindern, der Flammenhölle zu entkommen. Das betretene Schweigen unserer Medien-Leitwölfe zu diesem Geschehen dürfte das vielleicht wesentlichste Indiz sein. Wie in der Sherlock-Holmes Kriminalgeschichte „Der Hund von Baskerville“ war es der Hund, der nicht(!) bellte, der auf die richtige Spur führte. Die freundlichste Erklärung, warum die Leitwölfe zu Odessa nicht in der sattsam bekannten Weise bellen, ist vielleicht ein ehrliches Erschrecken darüber, mit welchen menschenverachtenden Schlächtern man sich da ins Bett gelegt hat – wie gesagt, die freundlichste Erklärung.

Für die Bürger kann die Lektion nur lauten, dass sie dem schlechten Geld der GEZ-„Demokratieabgabe“ nicht auch noch ihre gute Zeit auf der Suche nach echter Information bei den „Anstalten des öffentlichen Rechts“ hinterherwerfen sollten. Der „Freien Presse“ ist in der Sache ebenfalls kaum über den Weg zu trauen. Eine umfassende Analyse der (Nicht)-Reaktion der Medien auf die Ereignisse von Odessa hat Richard Zietz unter dem Titel „Der Medien-GAU von Odessa“ auf der Website von „Der Freitag“ vorgenommen.

Dagegen erklomm man bei bild.de heute mit folgender Anti-Russland-Schlagzeile mühelos einen neuen Gipfel der Lächerlichkeit: „Will Putin den Gand Prix manipulieren?“ Zur sharewise Community

2014-05-07 DAX

Zu den Märkten

Die unablässig betriebene Verschärfung der Lage in der Ukraine deutet klar in Richtung Bürgerkrieg. Das muss man sich etwa so wie bei Syrien vorstellen, nur eben direkt vor unserer Haustür. Auch ist völlig unübersichtlich, welche Kräfte vor Ort sind und auf wessen Auftrag hin sie in das Land geschleust wurden – auch dies eine offensichtliche Parallele zu Syrien. Und während die Ukraine in den Bürgerkrieg getrieben wird, zeigen sich die Märkte weiter erstaunlich gefasst. Man hätte eigentlich erwartet, dass ein sich aufbauender Konflikt dieser Größenordnung, in den neben der EU und Russland auch die USA federführend verstrickt sind, zumindest zu etwas Verunsicherung der Marktteilnehmer führt. Tatsächlich gibt es auch immer wieder derartige Rücksetzer, aber deren Wirkung hielt nie länger als ein paar Tage. Wir bemühen noch einmal den schon in der Vorwoche gezeigten, um eine Woche fortgeschriebenen DAX-Chart: Die seit dem Jahreswechsel herausgebildete Dreiecksformation bleibt weiter intakt, wobei die Kurse aktuell eher im oberen Bereich der Formation verlaufen. Es scheint als wirke die schwierige Nachrichtenlage über die damit verbundene schlechte Stimmung der Marktteilnehmer letztlich sogar unterstützend. Einen Ausbruch nach oben können sich viele derzeit kaum vorstellen. Ein solcher Anstieg erschiene angesichts der Situation ja auch als geradezu obszön. Gerade weil ihn sich aber kaum jemand vorstellen kann, ist er gar nicht so unwahrscheinlich. Märkte lieben Überraschungen, Marktteilnehmer weniger. Auch darf man nicht vergessen, dass im Hintergrund immer noch die EZB steht und notfalls in ihre beliebig tiefen Taschen greifen wird. Gerade in einer Konfliktsituation kann man eine zusätzliche Schwächung „des Westens“ durch ein erneutes Auflodern der Finanz- und Geldsystemkrise kaum gebrauchen .Das Ukraine-Thema könnte zudem die Europawahl „retten“. Denn erstens neigen die Wähler in Zeiten der Krise zu, naja, „bewährten“ Kräften und zweitens ist die Euro-Thematik unmittelbar vor der Wahl praktisch aus der allgemeinen Wahrnehmung verschwunden.

 

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Fazit
An den wesentlichen Bestimmungsfaktoren der weiteren Kursentwicklung hat sich in der vergangenen Woche nichts geändert. Deutlich ist allerdings geworden, wie wenig man in entscheidenden Fragen den hiesigen Leitmedien noch trauen kann. Für die Börse bedeutet das, dass eine Kursbewegung und eine Umsatztätigkeit allemal aussagekräftiger sind, als die Erklärungsmuster des „eingebetteten“ Journalismus.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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