Grafik der Woche – Don’t fight the Fed

Quelle: Haver Analytics, Ned Davis Research

Zusammenspiel der Fed-Bilanz und dem S&P 500 Index

Quelle: Haver Analytics, Ned Davis Research
Quelle: Haver Analytics, Ned Davis Research

 

An den Börsen gibt es etliche Weisheiten. Einige davon machen weniger, andere sehr viel Sinn. Zur letztere Gruppe zählt wohl der Spruch „Don’t fight the Fed“. Gemeint ist damit, sich bei Anlageentscheidungen nicht gegen die Politik der US-Notenbank zu stemmen: Will heißen: Wenn die Geldpolitik expansiv ist, steigen die Kurse langfristig, während bei einer restriktiven Geldpolitik die Kurse fallen.

Wer sich zuletzt daran gehalten hat, der ist damit in den vergangenen Jahren ausgesprochen gut gefahren. Denn eine Grafik von Halver Analystics, die in einer Publikation von Ned Davis Research abgebildet ist, zeigt seit 2009 einen sehr hohen Gleichlauf zwischen der Bilanz der Fed und dem S&P 500 Index. Der Grafik zufolge betrug die Korrelation in diesem Zeitraum enorm hohe 0,95.

Allerdings schränken die Analysten von Ned Davis Research dieses Ergebnis etwas ein. Das Zusammenspiel von Fed-Bilanz und S&P 500 Index auf Wochenbasis war demnach sogar negativ und von 1999 bis 2009 belief sich die Korrelation auf -0,31. In jeder Phase scheint das Zusammenspiel somit nicht zu funktionieren.

Bei Ned Davis Research schlussfolgern die Experten daraus, dass der Zusammenhang sehr komplexer Natur ist und nicht linear ausfällt, aber auch viel davon abhängt, wie viel von der betriebenen Geldpolitik bereits in den Kursen steckt.

Mit Blick auf die aktuelle Ausgangslage lässt sich daraus folgende Prognose ableiten: Die Börsen in Europa sind zuletzt seitwärts gelaufen, das deutet darauf hin, dass ein weiterer expansiver geldpolitischer Schritt in den Notierungen noch nicht eskomptiert ist.

In Sachen USA gilt zudem genau das weitere Verhalten der Fed zu beobachten. Denn wenn es im kommenden Jahr tatsächlich zur ersten Zinserhöhung kommen sollte, dann könnte das bei den Kursen Bremsspuren hinterlassen. Schließlich gilt der Spruch „Don´t fight the Fed“ auch dann, wenn die Zinsschraube angezogen wird.

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