Grafik der Woche – Steigende Zinsen sind nicht automatisch ein Kurskiller

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Die Anleger sind in diesen Tage mal wieder nervös. Umgetrieben werden sie von Ängsten, steigende Zinsen könnten die Hausse zum Entgleisen bringen. Dabei sind speziell mit Blick auf Europa diese Befürchtungen derzeit noch nicht wirklich nachzuvollziehen. Schließlich hat die Europäische Zentralbank jüngst erst entschieden, die Zinsschleusen weiter zu öffnen.

Doch in den USA gestaltet sich die Ausgangslage dagegen inzwischen etwas anders. Noch sind die Renditen dort mit 2,60 Prozent im Zehnjahresbereich zwar niedrig, aber der Renditevorsprung der zehnjährigen US-Staatsanleihen gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen hat sich unlängst auf den höchsten Stand seit Juni 1999 erhöht.

Für den Sachverhalt, um den es hier geht, ist das allerdings nur eine Randnotiz. Weitaus wichtiger ist verglichen damit aber die weit verbreitete Annahme, dass die US-Notenbank ihre monatlichen Wertpapierkäufe weiter drosseln wird. Spätestens im Herbst dürfte das Programm dann ausgelaufen sein. Aufbauend auf den jüngsten guten Konjunkturzahlen hat sich unter Volkswirten zuletzt zudem die Ansicht verstärkt, die Fed werde tatsächlich mittelfristig ihre Leitzinsen erhöhen. Einige Auguren können sich eine erste Zinserhöhung nun vielleicht schon im März 2015 vorstellen.