Edelmetalle – Heimlicher Gewinner

Die Preise von Gold, Silber und Platin kannten 2013 nur eine Richtung: abwärts. Palladium jedoch, das seltenste unter den vier gängigen Edelmetallen, befindet sich seit Juli 2012 in einem stabilen Aufwärtstrend und legte 2013 im Preis sogar leicht zu. Auch 2014 zeigte das silbrig graue Metall bislang die beste Performance. Von der Palladium-Rally dürften die wenigsten Anleger profitiert haben. Denn vernünftige Investitionsmöglichkeiten sind rar.

Schwaches Angebot trifft auf starke Nachfrage
Im vergangenen Jahr hatten Börsenbriefe immer wieder mit Verweis auf die Streiks in Südafrika und die hohen Förderkosten in den dortigen Minen zum Einstieg bei Platin geblasen – und lagen damit regelmäßig falsch. Trotz des Angebotsdefizits wollte der Preis dieses meist als Katalysator, aber auch für Schmuck und Anlagezwecke verwendeten Metalls nicht steigen; wichtige Verbraucher hatten sich offenbar vorher eingedeckt. Palladium kostet etwa die Hälfte des teueren Platins, von beiden wird aber mit circa 200 Tonnen pro Jahr in etwa dieselbe Menge gefördert. Dieser von der finanziellen Seite her betrachtet engere Markt könnte den Preisanstieg von Palladium erklären. Außerdem dürften industrielle Verbraucher versucht haben, überall da, wo es möglich ist, Platin durch das billigere Palladium zu ersetzen.

Die Commerzbank, aber auch die Nachrichtenagentur Thomson Reuters haben vor kurzem umfangreiche Studien zu den Platingruppenmetallen (PGM) veröffentlicht. Beide sehen 2014 bei Platin und Palladium verschärfte Engpässe auf der Angebotsseite, bei wachsender Nachfrage – sowohl von Seiten der Industrie als auch von einigen neu aufgelegten ETFs. Zwei Drittel der Palladiumförderung wird von der Autoindustrie in Katalysatoren zur Abgasentgiftung verarbeitet. Und die weltweite Automobilproduktion nimmt jährlich um 3% zu. Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass die Autoindustrie in diesem Jahr 7,2 Mio. Unzen (204 Tonnen) Palladium verbrauchen wird – bei einer auf 6,4 Mio. Unzen (181 Tonnen) gefallenen weltweiten Förderung. Das Problem ist der nach Russland zweitgrößte Palladium-Minenbetreiber Südafrika, dessen Ausstoß bereits seit einigen Jahren rückläufig ist. Russland war bislang in der Lage, die hohe Nachfrage nach Palladium durch den Verkauf von Vorräten auszugleichen. Aber diese gehen langsam zur Neige. Thomson Reuters erwartet, dass wegen dieser angespannten Situation der Palladiumpreis bis Ende 2014 von derzeit 800 USD je Unze auf bis auf 930 USD je Unze steigen kann. Der Preis für Platin dagegen könne bei einem Streikende in Südafrika „reflexartig fallen“.

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Wer Aktien von Palladium-Produzenten sucht, wird schnell enttäuscht. …
(RK)

Den kompletten Artikel können Sie in der Print-Ausgabe 6/2014 des Smart Investor lesen.