Grafik der Woche – Realzinsen und Goldpreis

Gold Realzinsen
Über die Gründe für die Verluste, welche der Goldpreis ausgehend von dem am 05. September 2011 markierten Rekordhoch bis Ende 2013 hat hinnehmen müssen, wurde viel diskutiert. Für nicht wenige Goldbullen sind die in diesem Zeitraum aufgetretenen Verluste noch immer ein Rätsel. Dabei lässt sich auch abgesehen von dem Korrekturbedarf, der sich nach einer zwölfjährigen Gewinnserie aufgebaut hatte, für diese Bewegung eine ganz einfache Erklärung finden. Zumindest gilt das für jene Marktteilnehmer, die einsehen, dass die Tendenz der Preisinflation und der Realzinsen (langfristige Renditen der Staatsanleihen minus Inflationsrate) für die Goldpreisentwicklung eine entscheidende Rolle spielt.

Diese These vertritt auch Gold-Experte Roland-Peter Stöferle, Partner bei der Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG. In der kürzlich erschienenen achten Ausgabe des von ihm geschriebenen Reports „In Gold we trust“ lässt sich das Zusammenspiel auch anhand von zwei Grafiken sehr gut nachvollziehen. Die eine zeigt dabei den Zusammenhang der Realzinsen und der Goldpreisentwicklung seit 1971 und die andere die Korrelation von Goldpreis mit den invertiert dargestellten Realzinsen seit 2009. Anhand der kurzfristigeren Betrachtung der Realzinsen lässt sich da erkennen, dass die Phase seit 2011 bedingt durch stark disinflationäre Tendenzen von steigenden Realzinsen (die sich allerdings noch immer negativen Bereich bewegten) geprägt war, was sich wie Stöferle ausführt, wiederum in fallenden Goldpreisen manifestierte. Klar ersichtlich ist für ihn auch, dass in den 70er Jahren und seit 2002 ein überwiegend negatives Realzinsniveau vorherrschte und dies ein positives Umfeld für Gold bedeutete.