Aktien Update – USU Software AG

Die USU Software AG (akt. Kurs 13,65 EUR; WKN A0BVU2) berichtet umfängliche Directors´ Dealings-Verkäufe. Das lässt natürlich die Alarmglocken bei Aktionären schrillen, denn bei allen Verkäufen stellt sich die Frage: Was wissen Insider, und warum verkaufen sie? IR-Manager Falk Sorge betont auf Anfrage, dass strategische Gründe für die Verkäufe ausschlaggebend waren: Man habe institutionelle Investoren aufgenommen.

Der Verkauf von 150.000 Aktien aus dem Besitz der AUSUM GmbH, dem Familiy Office des Gründers und Hauptaktionärs Udo Strehl, sei demnach getätigt worden, um die Nachfrage von Fonds und Familiy Offices aus Deutschland und dem europäischen Ausland zu bedienen. Größere Pakete über die Börse zu kaufen sei bei der eher geringen Liquidität der Aktie schwierig. Eine Kapitalerhöhung sei derzeit nicht geplant, da das Unternehmen schuldenfrei sei und über liquidie Mittel von 17 Mio. EUR verfüge. „Wir sehen uns immer wieder Akquisitionsziele an, aber derzeit sind die Preisvorstellungen der Zielunternehmen sehr unrealistisch“, so Sorge. Da eine breite und qualitativ hochwertige Investoren-Basis aber wichtig sei, habe Strehl die Aktien verkauft.

Die Geschäfte im Mai seien Nullsummenspiele zwischen CEO Oberschmidt und Aufsichtsratschef Strehl gewesen, um dessen Family Office wieder ganz in Familienbesitz zu überführen. Für die AUSUM-Anteile habe Oberschmidt direkt USU-Aktien erhalten.

Die USU-Gruppe ist der größte europäische Anbieter für IT- und Knowledge-Management-Software. Marktführer aus allen Teilen der internationalen Wirtschaft schaffen mit USU-Anwendungen Transparenz, sind agiler, sparen Kosten und senken ihre Risiken. Neben der 1977 gegründeten USU AG gehören auch die Tochtergesellschaften Aspera GmbH, BIG Social Media GmbH, LeuTek GmbH, OMEGA Software GmbH sowie die USU Consulting GmbH zu der im Prime Standard der Deutschen Börse notierten USU Software AG.

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SI-Kommentar:

Der Verkauf von 1,5% der Aktien durch den Gründer lässt aufhorchen, ist aber nachvollziehbar: Als mittlerweile international breit aufgestelltes Unternehmen benötigt USU auch eine breit aufgestellte Investorenbasis. Es ist ja keine neue Erkenntnis, dass die investierten Family Offices häufig als Türöffner für neue Kunden dienen oder sich beteiligen wollen, weil die Zielfirma in den eigenen Unternehmen bereits erfolgreich arbeitet. Da Strehl die Abgabe so dosiert hat, dass er weiterhin mehr als 50% des Grundkapitals hält, erscheint die Erklärung des Unternehmens schlüssig.
Seit dem vergangenen Update im März hat die USU-Aktie ca. 20% zugelegt. Damit liegt das KGV für das laufende Geschäftsjahr bei prognostizierter Geschäftsentwicklung bei 25. Der Einstieg drängt sich also derzeit aus Bewertungssicht nicht auf, auch wenn man dem Geschäftsmodell sehr positiv gegenüber steht.

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