Löcher in der Matrix – Prost!

„Michael Hartmann gibt Drogenkonsum zu“ (www.zeit.de)

Der sicherste Weg für Politiker (und andere, die im Rampenlicht stehen) die Karriere hierzulande schnell und nachhaltig zu beenden, ist der Konsum von Drogen. Michel Friedmann und Fast-Bundestrainer Christoph Daum lassen grüßen. Dass es sich nicht um Schnee von gestern handelt zeigt der Fall Hartmann. Welch helle Empörung. Welch dicke Überschriften. Die gute Nachricht: Gesoffen werden darf weiterhin.

Natürlich soll der Konsum von Drogen nicht verharmlost werden. Aber genau das geschieht, wenn 0,5 Promille am Steuer als tolerabel angesehen werden. Alkoholsucht macht aus Menschen die gleichen Wracks, zerstört Familien und befördert die Beschaffungskriminalität. Und der immense volkswirtschaftliche Schaden durch Nikotin und Teer muss nicht weiter erläutert werden. Warum also diese feinsinnige Unterscheidung zwischen Genussmittel und Droge? Daran, dass Dealer keine Branntwein- und Umsatzsteuer zahlen, wird es ja wohl nicht liegen.

Ein bayrischer Minister, der trunken den Tod eines Menschen auf der Autobahn verursacht, wird hinterher Bahnvorstand. Was wäre er geworden, wenn er statt des Betäubungsmittels Alkohol sagen wir das Betäubungsmittel Kokain genommen hätte? Die Lobbyarbeit insbesondere der amerikanischen Tabakindustrie ist legendär, die Einflussnahme interessierter Kreise hierzulande wirkt offensichtlich auch. Nehmen wir uns doch ein Beispiel an Dänemark: Dort kann das Auto versteigert werden, wenn der Fahrer alkoholisiert am Steuer sitzt. Das wäre ein Paradigmenwechsel.

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