Aktien Update – Software AG

Die Software AG (WKN 330400, akt. Kurs 19,28 EUR) hat in der vergangnenen Woche enttäuschende vorläufige Zahlen vermeldet und die Umsatzprognose ausgesprochen herb zusammengestrichen, was die Anleger mit einem nicht minder herben Kursrutsch quittierten. In Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz sank im 2. Quartal um mehr als 15% auf 196 Mio. EUR, das EBIT ging bereinigt gar um 25% auf 45 Mio. EUR zurück.

Die Enttäuschung bei den Anlegern dürfte auch deshalb so groß sein, weil gerade in den als Wachstumsfeldern identifizierten Bereichen nicht nur kein Wachstum, sondern sogar deutliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen sind. Der Geschäftsbereich BPE etwa sei „von einer überraschenden Zurückhaltung der Kunden bei großen Infrastrukturprojekten gekennzeichnet. Entsprechend wurde die Jahresprognose angepasst“, teilte das Unternehmen mit. Generell sei es eben wegen der Verzögerungen bei Großprojekten zu Umsatzverschiebungen gekommen.

Für das Gesamtjahr wurde das Umsatzziel bei einer großen Spanne von 9-16% im Datenbankgeschäftgekappt, während im BPE-Bereich die Umsätze stabil gehalten werden sollen. Für das Gesamtjahr wird eine EBIT-Marge von 26-28% avisiert.

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SI-Kommentar:

Nach Vorlage der Zahlen rauschte der Kurs um 20% in den Keller. Eine Erholung hat bis jetzt nicht stattgefunden. Das hat Gründe, denn die Jahresziele dürfen als weiterhin optimistisch gelten. Im 2. Quartal betrug die EBIT-Marge 23%, wie sie bei auf Jahressicht sinkenden Erlösen auf bis zu 28% angehoben werden soll, bleibt den Anlegern rätselhaft. Und große Projekte, die aus dem Zeitplan geraten sind – völlig unabhängig ob die Software AG etwas dafür kann oder nicht – lassen sich nur schwer wieder völlig reparieren. Angesichts mangelnder Visibilität macht es keinen Sinn sich zu fragen, ob die Aktie nach dem Kurssturz vielleicht wieder optisch preiswert ist. Denn die Unsicherheit  ist nicht ausgeräumt. Analysten haben ihre neuen Kursziele bis zu 20% unterhalb der jetzigen Notierung angesetzt. Die Frage ist: Könnte für einen Konkurrenten eine Übernahme sinnvoll sein? SAP hat bereits abgewunken – und das sollten Anleger bis auf weiteres auch machen.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
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