Smart Investor 8/2014 – Charttechnik: Gehen Sieger wirklich so?

Mit Datum vom 21.7.2014 haben wir in der aktuellen Druckausgabe des Smart Investor exemplarisch einige Charts von DAX-Aktien gezeigt, bei denen sich Ungemach ankündigte. Aber sehen Sie selbst …

CT AdidasAdidas (WKN A1EWWW)
Eigentlich war die Fußball-Weltmeisterschaft für den Herzogenauracher Sportartikel- und Lifestyle-Konzern ein Heimspiel. Egal welche Mannschaft das Finale in Rio gewonnen hätte, ausgestattet wurde sie von den Franken. Die Rechnung allerdings, dass derartige Sportereignisse die Kurse der Lieferanten zwangsläufig beflügeln, ging nur bedingt auf. Zwar stieg die Aktie in den Jahren zuvor kräftig, ihr Top erreichte sie jedoch bereits am 2. Januar 2014 – noch lange bevor das WM-Eröffnungsspiel angepfiffen wurde. Zu den Zugpferden des DAX gehörte die Aktie sogar schon seit etwa Mitte 2013 nicht mehr. Der bis in das Jahr 2008 zurückreichende Aufwärtstrend wurde schließlich im März gebrochen. Auch sind nach der Fußballbegeisterung der letzten Wochen für das Thema Sportartikel in näherer Zukunft keine neuen Impulse zu erwarten.

CT BASFBASF (WKN BASF11)
Lange Zeit gehörte die ehedem als langweilig verschriene BASF-Aktie zu den Stars des seit 2008 laufenden Aufschwungs. Vieles hatte man beim inzwischen weltgrößten Chemiekonzern einfach richtig gemacht. Dazu gehörte auch die frühzeitige Expansion nach Russland. Entsprechend zurückhaltend sieht man hier immer neue Sanktionen gegen das Land – Vorstandschef Kurt Bock auf der HV im Mai: „Russland ist wichtig, sehr, sehr wichtig.“ Im Chart zeigen sich inzwischen erste Bremsspuren. Zum einen fehlt es dem Kurs seit 2012 an echter Aufwärtsdynamik, wie die ausgebildete Keilformation (gelbes Dreieck) zeigt. Zum anderen fächert sich die seit 2008 währende Aufwärtsbewegung immer weiter nach unten auf (rote Linien).

CT BeiersdorfBeiersdorf (WKN 520000)
Die Aktie von Beiersdorf ist so etwas wie ein Marathonläufer. Das stabile Geschäftsmodell des Hamburger Markenartiklers (Nivea, Hansaplast, Tesa etc.) hat noch jede Krise überstanden. Die Anleger bewerten die Aktie traditionell hoch (KGV 2014e: 26), phasenweise aber auch zu hoch. Nach dem fulminanten Anstieg des Jahres 2012 deutet sich im Chartbild erst einmal Korrekturbedarf an. Über die letzten Monate bildete sich eine obere Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation heraus (blaue Markierungen), deren Nackenlinie (rot) bereits kraftvoll nach unten durchschlagen wurde.

Fazit
Obwohl sich der DAX noch immer in der Nähe seiner „weltmeisterlichen“ Rekordstände von 10.000 Punkten befindet, mahnen die Chartbilder einzelner Aktien aktuell zur Vorsicht.

Ralph Malisch