Aktien Update – BayWa AG

Die BayWa AG (akt. Kurs 35,70; EUR; WKN 519406) hat für das 1. Halbjahr durchwachsene Zahlen vermeldet. Die Marktteilnehmer rückten bei einem ersten Blick die negativen Entwicklungen in den Vordergrund und sorgten so für einen etwa 15%igen Kursrutsch, womit der charttechnische Aufwärtstrend gebrochen wurde.
Im 1. Halbjahr 2014 erwirtschaftete die BayWa AG bei 7,7 Mrd. EUR Umsatz (Vorjahr: 8,3 Mrd. EUR) ein EBIT von 62,1 Mio. Euro (Vorjahr: 157,2 Mio. Euro). Die große Differenz zwischen den beiden Halbjahresergebnissen sei auf Sondereffekte im 1. Halbjahr 2013 zurückzuführen, da im EBIT des 1. Halbjahres 2013 rund 95 Mio. Euro aus dem Verkauf von Immobilien verarbeitet waren. Betont wird das operative EBIT im 1. Halbjahr 2014, das mit knapp 92 Mio. EUR (Vorjahr: 100 Mio. EUR) zeige, dass die BayWa AG sich gut in ihren Märkten behauptet habe. Diese haben sich in den letzten drei Monaten sehr volatil entwickelt: Vor allem die Entwicklung des Agrarbereichs im 2. Quartal 2014 war gekennzeichnet von stark rückläufigen Preisen für Getreide und Ölsaaten und entsprechender verminderter Abgabebereitschaft der Landwirte sowie Kaufzurückhaltung der Verarbeitungsunternehmen und führte zu einem geringeren Ergebnis.
Sehr erfolgreich hingegen laufen die Segmente Bau und Erneuerbare Energien. Der Verkauf des defizitären Baustoffhandels in Nordrhein-Westfalen wirkt sich ebenfalls positiv auf das Ergebnis aus.

Link zur Meldung

SI-Kommentar:

BayWa ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Akquisitionen stark gewachsen und hat es dabei geschafft, die Profitabilität auszubauen. Aktionäre durften sich über eine Kursverdoppelung seit 2009 freuen, und mit einem KGV von 14 bei Kursen um 41 EUR war die Aktie angesichts des Wachstums auch nicht zu teuer, selbst wenn man die Verschuldung in Höhe von mehr als 3,5 Mrd. EUR einrechnet. Nun also der Dämpfer, der ganz nebenbei ins Gedächtnis ruft, dass das Agrargeschäft gewissenmaßen die Mutter aller zyklischen Geschäftsmodelle darstellt.
Zwei Gründe könnten für den doch herben Kurssturz ursächlich gewesen sein: Zunächst einmal dürften einige Anleger schlicht ihre Gewinne mitgenommen haben – und dies zweitens besonders gerne vor dem Hintergrund unsicherer Aussichten unter den Stichworten Ukrainekrise und Einfuhrstopp. Denn nach wie vor stellt die Agrarsparte den Schwerpunkt der BayWa-Tätigkeit dar. Das bedeutet gleichzeitig: Grundsätzlich stimmt die Richtung des Konzerns, und die fortschreitende Diversifizierung wird den Kurs zunehmend von der Volatilität des Agrargeschäfts entkoppeln. Einstweilen überwiegt aber die Unsicherheit, weswegen derzeit -noch- nicht zum Einstieg geraten werden kann.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

<- Zum letzten Aktien-Update         -> Zum nächsten Aktien-Update