Aktien Update – Heidelberger Druckmaschinen AG

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (akt. Kurs 2,37 EUR; WKN 741400) hat für das 1. Quartal des Geschäftsjahres ernüchternde Zahlen vermeldet. Der Umsatz schrumpfte um 14% auf 435 Mio. EUR, die Ertragszahlen weisen zwar kleine Verbesserungen auf, doch noch immer ist Heideldruck deutlich defizitär.

Sowohl EBITDA als auch EBIT hätten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert werden können. Damit habe das operative Ergebnis seit knapp zwei Jahren kontinuierlich verbessert werden können. Das Finanzergebnis allerdings lag im ersten Quartal bedingt durch geringere Finanzerträge und die Refinanzierung im Vorjahr bei -17 Mio. EUR (Vorjahr: -12 Mio. EUR). Alles in allem beträgt das Ergebnis nach Steuern im ersten Quartal erwartungsgemäß -34 Mio. EUR, nachdem im Vorjahresquartal der Fehlbetrag bei -38 Mio. EUR gelegen hatte.

Angesichts dieser Zahlen betont Heideldruck in der Mitteilung andere Informationen. So sei der Konzernumbau wie angekündigt konsequent fortgesetzt worden. Im strategischen Fokus stand zum Geschäftsjahresstart die Ankündigung der Portfoliostraffung im Bereich Weiterverarbeitungsmaschinen (Postpress). Hierdurch werde größtenteils ab 2015/2016 eine jährliche Ergebnisverbesserung von rund 30 Mio. EUR erwartet. In diesem Zusammenhang werden unter anderem Fertigungskapazitäten stillgelegt, die Entwicklung und Herstellung von Produkten und Lösungen künftig durch OEM-Partner erbracht, beziehungsweise Aktivitäten an Partner abgegeben. Insgesamt sind davon weltweit rund 650 Mitarbeiter betroffen.

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SI-Kommentar:

„Durch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung haben wir auch in einem anhaltend volatilen Marktumfeld einen operativen Gewinn erwirtschaftet“, wird Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, in der Pressemeldung zitiert. „Durch die Neuaufstellung unseres Portfolios werden wir die Profitabilität kontinuierlich weiter verbessern.“ Nun ja, sicher macht es keinen Sinn, schlechte Zahlen auch noch schlecht zu reden, aber aus Schwarzbrot wird auch durch warme Worte keine Sahnetorte. Die harte Realität sieht so aus, dass der Free Cashflow im ersten Quartal mit -66 Mio. EUR bedenktlich negativ ausgefallen ist mit der Folge, dass die Nettofinanzverschuldung auf 297 Mio. EUR angestiegen ist.

Gleich mehrfach wird im Quartalsbericht betont, dass die erreichten Zahlen „wie erwartet“ ausgefallen seien. Das macht sie aber nicht besser. Heideldruck reagiert auf die nun schon länger anhaltende Krise mit den üblichen Mitteln von Sparprogrammen, Entlassungen und Umfinanzierungen. So lange nicht der Fokus auf neue, innovative Produkte, neue Absatzfelder oder Technologien deutlich wird, besteht selbst bei dem geringen Kursniveau kein Grund zur Investition.

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