Aktien Update – SinnerSchrader AG

Die SinnerSchrader AG (akt. Kurs 3,21 EUR; WKN 514190) ist enttäuschend in das am 1. September 2014 begonnene Geschäftsjahr 2014/15 gestartet. Nach drei Monaten steht ein Ergebnis von 0,01 EUR je Aktie zu Buche.

Zwar konnte der Umsatz um 14,6 % gegenüber Vorjahresquartal gesteigert werden, doch zum Vorquartal steht ein Minus von 8% zu Buche. Und auch die Ergebnisentwicklung verlief enttäuschend. Zwar habe man nach den dynamischen Wachstumsschritten in den vorangegangenen Quartalen mit einer Konsolidierung gerechnet, doch die Ausgabenzurückhaltung fiel dann doch deutlicher aus als erwartet. „Da durch die nicht erwarteten Umsatzrückgänge zum Ende des Berichtsquartals temporär Überkapazitäten im Segment Interactive Marketing entstanden sind, lag das EBITA im Berichtsquartal mit knapp 0,3 Mio. Euro auf einem niedrigen Niveau“ wird im Bericht festgestellt.

Trotz des unter Plan liegenden Starts in das Geschäftsjahr 2014/2015 hält SinnerSchrader die Gesamtjahresprognose für Umsatz und Ergebnis „für realisierbar.“

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SI-Kommentar:

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat SinnerSchrader 0,16 EUR je Aktie verdient, für 2014/15 (GJ-Ende 31.8.15) werden 0,18 bis 0,19 EUR angepeilt, also ein Plus von gut 20%. Das Umsatzwachstum wird dabei mit lediglich 5% veranschlagt, effizientere Prozesse und Personalplanung sollen die Profitabilität steigern. Bei Kursen um 3,20 EUR ergibt das ein erwartetes KGV von 18. Das ist angesichts des geringen Wachstums und des verpatzten Starts ambitioniert. Das Verb „realisierbar“ strotzt nun auch nicht eben von Zuversicht – hier schwingt die Vorbereitung der Aktionäre auf eine Ergebniswarnung bereits mit.

Doch im Prinzip geht es nicht um ein Projekt hin oder her. Vielmehr ist das gesamte Geschäftsmodell Werbeagentur, auch in der Spezialisierung auf Online-Anwendungen und b2b, wenig attraktiv für Anleger: Extremer Wettbewerb mit Preiskampf, sehr geringe Markteintrittsbarrieren und hohe Zyklik, denn viele Kunden sparen zunächst bei Marketing, Messen und Werbung, wenn deren Zahlen schwächeln. Dem kann sich selbst SinnerSchrader nicht entziehen, die als führende Agentur in ihrem Bereich in Deutschland gelten. Dass ad pepper, Pixelpark oder DocCheck (ehemals Antwerpes) kursmäßig auch nur vor sich hindümpeln wird Anleger nicht trösten.

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