Fonds – Interview

Smart Investor im Gespräch mit Patrick Jann, Franz Martz & Söhne Private Treuhand GmbH

Smart Investor: Wie lässt sich der Investmentansatz des framas Treuhand Family Office Fund I beschreiben?
Jann: Grundidee des Fonds ist die Kombination mehrerer ausgezeichneter Vermögensverwalter mit dem Controlling eines Family Office, was normalerweise nur Anlegern mit sehr großen Vermögen vorbehalten ist. Ziel des Fonds ist, für seine Anleger unter Berücksichtigung des Anlagerisikos einen angemessenen Wertzuwachs zu erzielen. Durch die Diversifikation über verschiedene Berater und Anlagestile wird der Anlageerfolg verstetigt und das Gesamtrisiko im Anlageportfolio reduziert. Als Family Office arbeiten wir rein mandantenorientiert. So dürfen wir Zahlungen von dritter Seite wie Vertriebsprovisionen nicht annehmen, denn diese würden möglicherweise unser objektives Urteil zu jeder einzelnen Anlagemöglichkeit beeinflussen. Unsere Mandanten können sich bei uns darauf verlassen, dass alleine deren Interessen vertreten werden. Diese transparente Philosophie transportieren wir auch über den Fonds.

Smart Investor: Welche Kriterien spielen bei der Auswahl der Asset Manager eine Rolle? Sind die Mandate zeitlich begrenzt bzw. wann findet ein Austausch statt?
Jann: Bei der Auswahl der Assetmanager haben wir uns mehrere Dinge genau angeschaut. Zentral war die Performance anhand realer Depots über diverse Betrachtungszeiträume, Verhalten in der Finanzmarktkrise, Erfahrungen und Lebensläufe der handelnden Personen, die Kosten sowie das präsentierte Anlagekonzept. Die Mandate sind jederzeit kurzfristig kündbar. Ein Austausch findet dann statt, wenn es zu einer anhaltenden Unterperformance kommt oder das Anlageverhalten inkonsistent wird und somit das Vertrauen schwindet. Sofort würden wir ein Mandat kündigen, wenn wir den Eindruck gewinnen, dass versucht wird, auf Kosten der Anleger Zusatzerträge zu erwirtschaften.

Smart Investor: Welchen Mehrwert bringt der übergeordnete Kontrollprozess der framas-Treuhand für den Anleger?
Jann: Durch die Tatsache, dass wir jede Order überprüfen und Preise nachrechnen, kann der Anleger sicher sein, dass die Assetmanager unbeeinflusst von Fehlanreizen ihrer Aufgabe nachgehen. Die drei Assetmanager, derzeit BHF-Bank, Rothschild Vermögensverwaltung und Bethmann Bank, haben die gleichen Anlagekriterien, werden nach einheitlichen Maßstäben verglichen und stehen somit im permanenten Wettbewerb zueinander. Dabei interessiert uns aber nicht nur das absolute Ergebnis, sondern auch das Risiko, das dafür eingegangen wurde. Somit verhindern wir allzu großen Risikohunger auf Kosten der Anleger. Ebenso haben teure und intrasparente Finanzkonstruktionen in unserem Fonds keinen Platz. Durch Direktmandate werden Kostenkaskaden verhindert und den Fonds zeichnet generell eine günstige Kostenstruktur aus, was die Performance weiter steigert. Zu guter Letzt stellt die framas Treuhand sicher, dass die Assetmanager gerade bei drohenden Stressszenarien das Risiko konsequent nach unten fahren und nicht nur die Aktienquote marginal senken. Zu starke Orientierung an der Benchmark ist ein leider allzu verbreitetes Phänomen, weshalb in der letzten Finanzmarktkrise viele Assetmanager trotz eigenem Pessimismus nicht reagiert haben. Das gilt es zu verhindern.

Smart Investor: Herr Jann, vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Christian Bayer

Über Patrick Jann:

Patrick Jann

Patrick Jann ist seit 2011 Geschäftsführer der Franz Martz & Söhne Private Treuhand GmbH. Zuvor war er für verschiedene Banken tätig, u.a. im Bereich Wealth Management für die LGT Bank in Liechtenstein. Jann hat eine Ausbildung als Bankbetriebswirt und Financial Planner (ebs).

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