Aktien Update – Merkur Bank KGaA

Die Merkur Bank KGaA (aktueller Kurs 6,21 EUR, WKN 814820) sieht sich weiterhin auf Erfolgskurs. Bei Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2014 wurde insbesondere das um 4% gesteigerte Ergebnis pro Aktie von 0,64 EUR hervorgehoben. Dies entspricht bei Kursen um 6,20 EUR einem KGV von 9,7. Unter dem Titel „Rekordzahlen“ wurde auch die Erhöhung des Eigenkapitals auf 73 Mio. EUR kommuniziert, womit die Eigenmittelquote von 9,3 auf 10,4% erhöht worden ist.

Allerdings kann sich auch die Merkur Bank nicht dem Niedrigzinsumfeld entziehen. Stieg der Provisionsüberschuss noch leicht auf 9,8 Mio. EUR (2013: 9,3 Mio. EUR), gibt es im Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit (von 11,2 auf 7,8 Mio. EUR) auch dann einen Rückgang, wenn man Sondereffekte in Höhe von 3 Mio. EUR herausrechnet. Insgesamt beendet die Merkur Bank das Geschäftsjahr 2014 mit einer Bilanzsumme von 839,2 Mio. EUR (2013: 867,7 Mio. Euro) – auch hier ein Rückgang. Der sei „auf die aktuelle Situation im Immobilienmarkt zurückzuführen, denn er beruht überwiegend auf einem Rückgang der Kundenforderungen im Bauträgergeschäft in Höhe von 47 Mio. EUR“ ließ die Bank wissen.

In den strategischen Geschäftsfeldern Bauträgerzwischenfinanzierung, Leasingrefinanzierung und Privatkunden vermeldete Merkur steigende Zahlen, während im Firmenkundengeschäft geringeres Neukundengeschäft generiert wurde – aus Risikogesichtspunkten, so das Unternehmen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Merkur „eine weiterhin schwierige Marktlage durch die Fortsetzung des Niedrigzinses und einen verschärften Wettbewerb.“

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SI-Kommentar:

Die Zahlen der Merkur Bank sind nicht schlecht, machen aber auch deutlich, dass die Bank unter den herausfordernden Rahmenbedingungen ebenso zu kämpfen hat wie andere Institute. Das zeigt sich am gesunkenen Zinsüberschuss. Wachstum soll aus dem Ausbau des Privatkundengeschäfts kommen. Just am Montag sickerten Informationen durch, dass die Deutsche Bank darüber nachdenkt, ihr Privatkundengeschäft abzustoßen, weil die Marge zu gering ist. Die Merkur Bank hingegen will mit guter Beratung punkten. Sowohl Personalkosten als auch Sachkosten sind bereits kräftig angestiegen – jetzt sollten die neuen Kunden auch tatsächlich angeworben werden. Positiv zu vermerken ist, dass die Bank die Stärkung der Eigenmittel durch Tier-1-Anleihen und Rücklagen ohne eine Verwässerung hat bewerkstelligen können. Damit gibt es nach wie vor nur 5,17 Mio. Stück Aktien – Gewinnsteigerungen schlagen so im Ergebnis pro Aktie spürbar durch.

Gemessen an der Bilanzsumme wurde die Merkur Bank auch im kleinteiligen Bereich der öffentlich-rechtlichen oder genossenschaftlichen Banken zu den kleineren Instituten zählen. Von daher wird die Stärkung der Eigenmittel ein Thema bleiben. Andererseits bietet sich von der überschaubaren Ausgangsbasis her die Chance zu kräftigem Wachstum. Größter Pluspunkt dürfte die relative Sicherheit sein: Merkur ist in Deutschland aktiv ist und nach eigenen Angaben von den Turbulenzen in den EU-Staaten kaum spürbar tangiert. Wer also im Finanzbereich investiert sein möchte, große Institute oder Versicherer wegen derer von außen undurchschaubarer Bilanzrisiken scheut, hat hier eine Alternative, die, leichte Gewinnsteigerungen vorausgesetzt, mit einem 2015er KGV von 9 relativ günstig ist.

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