Musterdepot SIW 16/2015 vom 15.04.2015

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Nach einigen Überlegungen haben wir uns zum Verkauf unserer DEAG-Aktien (WKN A0Z23G) entschlossen. Bereits in der Vergangenheit hatten wir mehrfach über die Probleme rund um die von der DEAG veranstalteten Rock-Festivals berichtet. Mit der jüngsten Bekanntgabe der Verlegung des Festivals „Grüne Hölle“ vom Nürburgring in die Arena auf Schalke scheinen sich die Gerüchte nun zu bestätigen, zudem scheinen auch nach wie vor die Ticketverkäufe schlecht zu laufen. Für das Festival „Rockavaria“ im Münchener Olympiapark bietet DEAG zwischenzeitlich sogar Tickets für einzelne Tage an, ursprünglich gab es nur das ganze Wochenende im Paket. Das Desinteresse scheint also bei allen drei Veranstaltungen (Gelsenkirchen, München und Wien) ausgeprägt zu sein.

Marek Lieberberg, der einst das legendäre „Rock am Ring“-Festival am Nürburgring begründete, kann sich daher auch seine Häme nicht verkneifen: „Für das sich jetzt entfaltende Desaster ist in erster Linie die Deag […] allein verantwortlich, deren Programm, Konzeption und Marketing vom Publikum mit Desinteresse und Ablehnung abgestraft worden ist“, sagt er über den Festivalflop seines Konkurrenten. Die Aktie ist fürs erste weiterhin angezählt. Momentum wird das Papier wohl erst dann wieder bekommen, wenn mit dem Bericht zum zweiten Quartal das volle Ausmaß der Festival-Katastrophe offenbart wurde. Diese Zahlen stehen jedoch erst Ende August an, bis dahin wird die Unsicherheit in der Aktie bleiben. Wir verkaufen daher unsere 2.400 DEAG-Aktien (WKN A0Z23G, aktueller Kurs 6,60 EUR) zum morgigen Eröffnungskurs bestens in Frankfurt.

Um die Liquidität aus dem DEAG-Verkauf zu reinvestieren und nicht in einer entscheidenden Phase des Crack-up-Booms einen zu hohen Cash-Bestand vor uns herzuschieben steigen wir gleichzeitig in einen asiatischen Titel mit aktuell hohem Momentum ein. Wir ordern zur morgigen Eröffnung 1.000 Stück Aktien von CK Hutchison Holdings Ltd. (WKN A14QAZ, aktueller Kurs 20,00 EUR) billigst mit Börsenplatz Frankfurt. Vielen Anlegern dürfte die Holdinggesellschaft des reichsten Mannes Asiens, Li Ka-Shing, noch unter ihrem früheren Namen Hutchison Whampoa bekannt sein. Erst vor knapp einem Monat fusionierte Li Ka-Shing diese Gesellschaft mit deren ebenfalls börsennotierten Mutter Cheung Kong. Auch neben diesem Zusammenschluss wird die Struktur der Gruppe derzeit kräftig umgebaut: Mit der Bündelung der Immobilienaktivitäten in einem separaten Unternehmen und dessen Spin-Off an die Aktionäre soll erheblicher Mehrwert geschaffen werden.

Der Mischkonzern mit Aktivitäten wie Telekommunikation, Energieversorgung, Hafeninfrastruktur, Einzelhandel (unter anderem knapp 50% an der deutschen Drogeriemarktkette Rossmann) und Öl ist bei weitem nicht nur auf Asien konzentriert, sondern in nahezu all seinen Sparten global aufgestellt. Li Ka-Shing gilt gemeinhin auch als der Warren Buffett Asiens, seine Familie kontrolliert auch nach der Fusion noch immer mehr als 30% der Anteile der Holding. Die Aktie notiert auch auf dem heutigen Niveau noch immer leicht unter Buchwert, mit dem jüngsten Anstieg beweist die Aktie eine enorme relative Stärke. Alleine das Börsenkürzel der Aktie in Hong Kong zeigt, welchen Einfluss CK Hutchison dort hat – 1.HK. Weitere Informationen zu der Aktie finden sie auch in Smart Investor 2/2015 auf der Seite 15 und in Smart Investor 4/2015 auf der Seite 8.

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Keine Veränderung

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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