Fonds – Analyse

Gastanalyse von Jürgen Dumschat, AECON Fondsmarketing GmbH

Vermögensverwaltung im Doppelpack
Dr. Holger Schmitz startete seine Karriere im Vermögensverwaltungssegment bei der schon fast legendären FIDUKA Depotverwaltung von André Kostolany in München. Doch bereits 1997 gründete er die Schmitz & Partner AG, die ihren Sitz im schweizerischen Tessin hat. Viele Fondskonzepte haben heute eine Komplexität, die der normale Anleger längst nicht mehr verstehen kann. Wer es mit dem Grundsatz „Investiere nur in das, was du auch verstehst!“ hält, der findet mit dem Schmitz & Partner Global Offensiv ein schnörkelloses Konzept, welches auf einem Mix von Aktien, Anleihen und Liquidität aufbaut. Die Investitionsquote ist auf 100% des Fondsvermögens begrenzt. Das Risiko wird über die Aktienquote in einer Bandbreite von null bis 100% gesteuert. Allerdings ist der Fonds stets im unmittelbaren Zusammenhang mit seinem „defensiven Bruder“ zu sehen (s. Fonds-Analyse SI 03/2014, S. 44). Bestimmte Themen (wie aktuell Renten sowie Gold und Silber) werden im defensiven Fonds gespielt, während bspw. Schwellenländerinvestitionen dem hier in Rede stehenden Fonds vorbehalten sind. Bei 5% Cash beläuft sich die Aktienquote derzeit auf 95%, was zeigt, dass die die Flexibilität nicht nur graue Theorie ist. Alle Entscheidungen werden diskretionär getroffen.

Geschickte Kombination
Über die letzten Jahre hat sich der Schmitz & Partner Global Offensiv häufig und auch über mehrere Jahre hinweg auf Augenhöhe mit verschiedenen bekannten „Megasellern“ bewegt. Zu verdanken ist dies der geschickten Kombination von sorgfältig ausgewählten Aktienfonds und der Einzeltitelselektion, vor allem im Segment der kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Diese bringen allerdings den deutlich höheren Performancebeitrag, so dass Aktienfonds zunehmend nur noch dort eingesetzt werden, wo die eigenen Möglichkeiten zur effektiven Titelauswahl eher begrenzt sind, also bspw. in Schwellenländern, die zum Jahreswechsel rund ein Drittel des Portfolios ausmachten. Der Fonds ist zwar mit einer Verwaltungsgebühr von 1,6% plus 10% Performancegebühr einer positiven Gewinnentwicklung (also nach vorheriger Aufholung eventueller Verluste) nicht gerade günstig. Doch was zählt, ist letztlich das Ergebnis unterm Strich. 37,43% Plus über die letzten drei Jahre (Stand: 10.04.2015) sind insoweit ein gewichtiges Argument. Aber auch seit Auflage liegt der Fonds über dem Morningstar-Kategoriedurchschnitt, obwohl der Verlust während der Finanzkrise von knapp 33% ja zunächst wieder aufgeholt werden musste. Dieser Verlust muss natürlich im Zusammenhang mit dem defensiven Fonds gesehen werden, der selbst 2008 ein Plus erwirtschaften konnte. Fazit: Ein bodenständiges und doch flexibles Konzept, mit dem Anleger im Zusammenwirken mit dem defensiven Fonds ihr eigenes Risikoprofil im Depot abbilden können.

FONDS-SNAPSHOT
WKN: A0MURD
Fondsmanager: Schmitz & Partner AG
Volumen: 15,5 Mio. EUR
Auflegungsdatum: 01.11.2007
Typ: Mischfonds

Über Jürgen Dumschat:

Jürgen Dumschat

Jürgen Dumschat, Jahrgang 1955, ist gelernter Bankkaufmann und Marketing-Fachwirt. Seit 1988 ist die Investmentbranche sein Betätigungsfeld, und von Anfang an hat er sich auf vermögens verwaltende Fonds spezialisiert. Mit seinem Pool, der AECON Fondsmarketing GmbH, betreut er Finanz dienst leister auf hohem Niveau. Als Sprecher des IVIF (Interessen verbund vermögensverwaltender Investment-Fonds) und Organisator der alljährlichen Hidden Champions Tour hat er sich als Protagonist des Segments „Vermögensverwaltende Fonds“ bundesweit einen Namen gemacht. In seinem Bestreben, Fonds aus Kundensicht zu beurteilen, entwickelte er die „Torment Ratio“, die ermittelt, ob das Schmerzensgeld (Performance) in Relation zu den Leiden des Anlegers („maximum drawdown“ und „maximum underwater-period“) ausreichend dimensioniert ist.