Kolumne

Gastbeitrag von Markus Kaiser, StarCapital AG

 

Korrekturmodus
Nach einer mehrjährigen Aufwärtsbewegung sind die Aktienmärkte weltweit in den Korrekturmodus übergegangen. Die anhaltenden Sorgen um Griechenland und die Stabilität in Europa sowie aufflammende Wachstumssorgen in China erwiesen sich als Giftmischung für die Aktienmärkte. Die Nervosität der Marktteilnehmer ist zurück, auch abzulesen am steilen Anstieg der Volatilitätsindizes. Darüber hinaus sind Signallinien, wie die 200-Tages-Linie in den Kursverläufen wichtiger Aktienindizes, nach unten durchbrochen worden. Die Aussichten für Aktien sind also zunächst einmal eingetrübt. Schnell kommen Erinnerungen an die Marktkorrekturen der Jahre 2002 und 2008 hoch, bei denen die Aktienmärkte zeitweise mehr als 50% an Wert verloren. Passive Buy-and-Hold-Strategien brauchten einige Jahre, die angefallenen Verluste wieder aufzuholen. Anleger, die ausschließlich passiv investieren, sollten sich daher bewusst sein, dass die größte Stärke der ETFs, die Marktperformance 1:1 abzubilden, gleichzeitig auch ihre größte Schwäche ist, denn sie bleiben passiv investiert, auch wenn die Märkte auf Talfahrt gehen.

Risiken bei Renten-ETFs
Das gilt auch für Renten-ETFs, die die Entwicklung von Anleihen widerspiegeln. Hier drohen Kursverluste, wenn die Zinsen steigen. Konnten Mischportfolios mit starren Quoten bisher von dem Effekt einer niedrigen Korrelation zwischen Aktien und Anleihen profitieren, werden diese es zukünftig schwerer haben, an ihre historischen Renditen anzuknüpfen. Im schlechtesten Fall steigt das Risiko auf der Rentenseite sogar überproportional, wenn die Zinsen ansteigen.

Steuerung der Investitionsquoten
Anders sieht es bei flexiblen Anlagestrategien aus, die heute mehr denn je darauf ausgerichtet sind, die Risiken starker Kursrückgänge zu reduzieren, indem die Investitionsquoten aktiv gesteuert werden. Dazu analysieren wir systematisch die Kurstrends in den unterschiedlichen Anlageklassen. Neben der Bewertung des vorherrschenden Trends über trendfolgende Indikatoren gibt die Auswertung der Trendstärke und -Intensität Auskunft über das Chance-Risikoverhältnis der Marktsegmente. Für die Steuerung weltweit anlegender Portfolios kommt es gerade in turbulenten Zeiten auf eine schnelle Anpassung der Asset-Allokation an. Dabei haben sich ETFs als ideale Instrumente bewährt. Denn ETFs sind nicht nur kostengünstig, sondern jederzeit auch effizient handelbar. So ist es möglich, das Exposure in einer Anlageklasse mit nur einer Transaktion über einen ETF zu steuern, hinter dem eine Vielzahl von Wertpapieren steht, deren Wertentwicklung passiv abgebildet wird. Zwar können ETFs nur so liquide sein wie ihr Underlying, doch zunehmende Anlagevolumen und Marktteilnehmer, die ETFs aktiv nutzen, ermöglichen einen zunehmend liquideren Handel in ETFs.

 

Über Markus Kaiser:

VERITASDipl. Vermögensmanager (DIA) Markus Kaiser studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg sowie Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er ist seit Juli 2013 Vorstand der StarCapital AG und erweitert den vermögensverwaltenden Ansatz der Gesellschaft um systematische Investmentstrategien auf Basis von ETFs. Zuletzt war er als Geschäftsführer bei der Veritas Investment GmbH tätig. Kaiser brachte 2007 den ersten ETF-Dachfonds auf den Markt. Bei StarCapital setzt er die ETF-Strategien „STARS“ (www.etf-stars.de) um.