Löcher in der Matrix – Monopoly ohne Cash

RTEmagicC_Matrix_mit_Loch„Monopoly Banking – Edition 2014“

Auf der gestrigen Diskussionsveranstaltung „Bargeld. Geprägte Freiheit!“ des Münchner Regionalbüros der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wurde den Zuhörern der aktuelle Sachstand um die geforderten/geplanten Bargeldeinschränkungen näher gebracht. Prof. Franz Seitz von der FH Amberg-Weiden konnte in seinem Impulsvortrag die üblicherweise gegen die Bargeldnutzung ins Feld geführten Argumente (Schattenwirtschaft, organisierte Kriminalität, Terror) als Scheinargumente entkräften. Auch empirisch hätten die bereits in einigen Euro-Krisenstaaten eingeführten Bargeldgrenzen nicht die propagierten positiven Effekte gezeitigt. Prof. Gerald Mann von der FOM München ging dennoch davon aus, dass auf diesem Weg weiter vorangegangen wird, nicht zuletzt mit dem Hinweis auf eine „notwendige Harmonisierung“ der Bargeldgrenzen innerhalb der EU. Die unheilige Allianz, die das Thema vorantreibt – Regierungen, Banken, Kreditkartenunternehmen – handelt vor allem aus Eigennutz: Während für die einen das Wunschziel der gläserne Bürger und die absolute Kontrolle ist – im Politsprech kommt das unverfänglich als „Transparenz“ daher –, geht es für die anderen schlicht ums Geschäft.

Einer von vielen interessanten Hinweisen der Runde betraf das beliebte Brettspiel „Monopoly“, das neuerdings auch ohne Cash auskommt. Tatsächlich finden sich in der „Monopoly Banking – Edition 2014“ nicht mehr die vertrauten bunten Scheine, die man genüsslich einsacken konnte oder zerknirscht wieder hergeben musste, sondern schnöde Plastikkarten und ein Lesegerät. Das ist ebenso pfui wie konsequent, denn in einem kurzen Produktvideo lässt uns der Hersteller wissen: „Mit dieser Bankkarte erfüllst du dir jeden Wunsch! Chip die Karte und die Welt gehört Dir!“ Das ist zufälligerweise genau jene Botschaft, mit der „Konsumtrottel“ jeden Alters zur gedankenlosen Verwendung der Kreditkarte angeheizt werden – und zwar nicht am Spielbrett, sondern in der Realität. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass ausgerechnet dies die Hauptbotschaft eines Spiels für Kinder ab acht Jahre ist.

„Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben!“ Dieser Satz stammt übrigens von Maxim Gorki, dem in der Sowjetunion offizielle Anerkennung als „proletarischer Schriftsteller“ zuteilwurde. Es ist immer wieder erstaunlich, wie nah sich der im Westen praktizierte Geldsozialismus am sowjetischen Gesamtsozialismus entlang bewegt. Insofern muss hinter den letzten Satz des Werbeclips ein großes Fragezeichen gemacht werden: „So wird man heute reich!“ – wohl eher nicht.

<- Vorheriges Loch         Nächstes Loch ->