Aktien Update – Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Die Aktie der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA (WKN 549309, akt. Kurs 4,43 EUR) hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt und von Tiefständen in 2012 binnen vier Jahren verdoppelt. Selten wird so deutlich, dass an der Börse Zukunft gehandelt wird, denn die vorläufigen Zahlen zum 3. Quartal hätten den Kurs in Richtung Süden schicken müssen. Eigentlich. Doch die in der Mitteilung avisierten Transfererlöse sind nun tatsächlich Realität geworden.

Der Konzernfehlbetrag im dritten Quartal beläuft sich auf 8,8 Mio. EUR, nach drei Quartalen steht ein Minus von 13,4 Mio. EUR zu Buche. „Die Geschäftsführung geht davon aus, dass für das Gesamtgeschäftsjahr 2015/2016 mit der Realisierung von ihr erwarteter Transfererlöse im Einzel- und Konzernabschluss ein Jahresüberschuss in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet wird“, hieß es in der Meldung vom 10. Mai.

Womit sich die Frage stellt, ob die Abgänge der Spieler Hummels und Gündogan doch schon früher eingefädelt waren, als offiziell bekannt. Wie auch immer: Bei 92 Mio. ausstehenden Aktien ergibt sich derzeit eine Marktkapitalisierung von 408 Mio. EUR. Das ist vom Wert her nicht übertrieben, läuft aber wegen der geringen Ertragsstärke auf ein hohes KGV von deutlich mehr als 20 hinaus.

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SI-Kommentar:

Fußball-Aktien sind in etwa so amüsant, wie Ivana Trump die Kreditkarte zu leihen, hatte einst ein Händler mit Blick auf den FTSE-Football-Index gestöhnt. Und wenn man beim BVB mit gutem Timing durchaus Geld verdienen konnte – die Branche bleibt unberechenbar. Denn wenn der BVB nun auch noch Henrikh Mkhitaryan veräußern würde, ließe sich ein Überschuss in Höhe von mindestens 40 Mio. EUR erwirtschaften. Das ergäbe ein optisch attraktives KGV, der Platz an der Kasse des Spielerkarussells wäre aber ein Paradebeispiel für fehlende Nachhaltigkeit. Denn richtig satte Prämien in der kommenden Saison der Champions League gibt es nur dann, wenn ein Club in die Play-Offs einzieht. Ohne Hummels, Gündogan und Mkhitaryan bzw. teuren Ersatz ein ambitioniertes Ziel.

Zahlen hin und her – was im Kern gegen ein Investment in die Aktie spricht, ist die Tatsache, dass der BVB nicht Ausbildungsverein auf höchstem Niveau sein will, sondern danach strebt, in die Riege der Reals, Barcas, Chelseas und Manus aufzusteigen. Dort aber regiert das Spielgeld finanzstarker Besitzer, das jegliche nachvollziehbare Preisfindungen verhindert. Auf Regelungen das Financial Fair Play der UEFA zu setzen wäre blauäugig. Anders formuliert: Um die Chance zu eröffnen, dauerhaft an dieser Spitze mitzuspielen, müssten die Verantwortlichen Risiken eingehen, die weit über das hinausgehen, was bei einer seriös geführten Aktiengesellschaft angezeigt ist.

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