Grafik der Woche – Ungeliebter Rekord

DJIA30

Gestern übersprang der altehrwürdige Dow-Jones-Industrial-Index erstmalig die Marke von 20.000 Punkten. Betrachtet man die Historie, ist es Teil der Normalität, dass immer wieder neue und höhere „magische Marken“ ins Visier genommen und letztlich überwunden werden. Unsere Fiat-Money-Systeme werden mit der Zielvorstellung einer kontinuierlichen Geldentwertung von 2% p.a. betrieben, worunter Notenbanker spaßiger Weise „Stabilität“ verstehen.

In einem derart weichen Maßstab, wie es modernes Geld nun einmal ist, sind regelmäßige Allzeithochs eigentlich Pflicht – besonders, wenn man durch ständige Indexanpassungen dafür Sorge tragen kann, dass sich stets nur die Crème de la Crème der US-Unternehmen im Index befindet.

Bemerkenswert sind allenfalls der Zeitpunkte der jüngsten Aufwärtsschübe. Kaum war Donald Trump, Enfant terrible aus Überzeugung, im Amt, schon springt der Dow Jones über die zweite Zehntausendermarke. Den ersten Schub erhielt der Index übrigens am Wahltag. Wie im gestrigen SIW 4/2017 dargestellt, waren dafür aber wohl weniger konkrete Vorhaben als vielmehr die Hoffnungen und Projektionen der Marktteilnehmer verantwortlich.

Wer konnte schließlich ahnen, dass sich Trump auch noch nach der Wahl an seine Aussagen erinnern werde? Da die Marktreaktionen nicht zu übersehen sind, findet nun sogar vereinzelt das Wort „Trump-Rally“ Eingang in die Berichterstattung. Dagegen will man bei Bloomberg in der Aufwärtsbewegung keinesfalls einen Vertrauensbeweis der Märkte für Trump sehen, wie man wortreich analysiert: „Dow 20,000 Is No Vote of Confidence“.

Wie lange der „Honeymoon“ der Märkte mit Trump allerdings anhalten wird, lässt sich derzeit nicht seriös prognostizieren.

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