Smart Investor 2/2017 – Baumaschinen

Bei den Aktien der großen Baumaschinenhersteller fiel der „Trump-Effekt“ besonders deutlich aus. Anleger setzen auf dessen Infrastrukturvorhaben und eine weitere Erholung der Rohstoffmärkte.

Vorschusslorbeeren verteilt
Einer Vorstellung bedarf der weltgrößte Baumaschinenhersteller Caterpillar nicht. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 47 Mrd. USD ist das Dow-Jones-Mitglied der Platzhirsch seiner Branche. Auch die Aktie gab vergangenes Jahr mit einem Kurszuwachs von 36% den Takt im Dow Jones vor.

Mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten kletterte das Caterpillar-Papier sogar auf den höchsten Stand seit Ende 2014. Dahinter steckt die Hoffnung, dass der künftige Präsident seine milliardenschweren Infrastrukturvorhaben tatsächlich umsetzen wird.

Zudem könnten von der kurzfristigen „Jobrückverlagerung“ Impulse für den Bausektor ausgehen. Die reinen Verkaufszahlen hinken bislang dieser Wunschvorstellung hinterher. Auch deshalb warnte das Management von Caterpillar, die Erwartungen der Analysten für 2017 könnten vermutlich zu optimistisch sein. Caterpillar ist zudem seit der Übernahme des Konkurrenten Bucyrus – ausgerechnet auf dem Höhepunkt des letzten Rohstoffzyklus – wesentlich abhängig von den Investitionsausgaben der Minen- und Bergbauunternehmen.

Nur wenn der für 2018 unterstellte Gewinnsprung von rund 40% tatsächlich eintritt, ist die aktuell ambitionierte Bewertung (KGV von 30 auf Basis der Schätzungen 2017) zu rechtfertigen. Als verlässlicher Dividendenzahler (Rendite: 3,3%) verfügt der Blue Chip immerhin über einen gewissen Sicherheitspuffer.

Stark in Europa
Inwieweit der Trump-Effekt auf das Geschäft von Wacker Neuson durchschlägt, muss ebenfalls abgewartet werden. Allerdings sind die Münchener vor allem stark in Europa. Auf diese Region entfielen zuletzt drei Viertel der Konzernerlöse. In den USA, wo Wacker Neuson mit einer eigenen Fertigung vertreten ist – unter Trump ein großer Wettbewerbsvorteil –, zählt man hauptsächlich Unternehmen aus der Öl- und Gasindustrie zu seinen Kunden.

Diese hielten sich 2016 mit Anschaffungen zurück, was den dortigen Umsatzrückgang von 15% erklärt. Wacker Neuson stellt neben kompakten Baumaschinen auch Baugeräte, Stromaggregate, Luftentfeuchter, Heizer und Pumpen her. Eine weitere Erholung der Öl- und Gaspreise wäre für das Unternehmen daher ebenso wichtig wie neue Infrastrukturprojekte der US-Administration.

Die Bedeutung des US-Geschäfts ging vergangenes Jahr auch deshalb zurück, weil sich die Nachfrage in wichtigen Kernmärkten wie Deutschland, Benelux, Frankreich und Skandinavien sehr robust entwickelte. Dennoch will Vorstandschef Cem Peksaglam an der Internationalisierungsstrategie festhalten.

Neue Werke in Brasilien und China werden hierzu in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten. Nach einem eher durchwachsenen Jahr 2016 und einer Prognosesenkung im Sommer dürfte der Konzern bei Vorlage der Bilanz Mitte März einen vorsichtigen Ausblick geben. Kurzfristig drohen in dem SDAX-Titel daher Gewinnmitnahmen.

Tabelle

Kohle-Comeback?
Komatsu
ist hinter Caterpillar die klare Nummer zwei der globalen Baumaschinenhersteller. Die Ausrichtung ist vergleichbar und die aktuelle Ergebnissituation geprägt von den in 2016 noch schwachen Märkten in Nordamerika, Südostasien (Indonesien) sowie im Mittleren Osten.

(warum Komatsu unmittelbar von einem möglichen Comback der Kohleförderung durch Donald Trump profitieren dürfte sowie Infos über zwei weitere interessante Baumaschinenhersteller finden Sie im Smart Investor 2/2017 oder hier im Online-Archiv)