Deutschland sollte zur D-Mark zurückkehren

Dr. Holger Schmitz

Die expansive Geldpolitik der EZB befeuert die ausufernde Staatsverschuldung. Doch für die politisch Verantwortlichen der größten Schuldenländer besteht offenbar kein Anreiz zu Reformen. Die Konsequenz sollte der Austritt von Hauptzahler Deutschland aus dem Euro sein.

Systemimmanente Schwächen des Euro

Wenn eines gut funktioniert bei der EZB, dann die Gelddruckmaschine: 540 Mrd. EUR frisches Geld wird die Institution in diesem Jahr in die Märkte pumpen. Bis Ende 2017 steigt das Gesamtvolumen ihres Anleihekaufprogramms damit auf unglaubliche 2.280 Mrd. EUR an. Doch nicht einmal dabei dürfte es bleiben, denn erforderlichenfalls wird auch über 2017 hinaus weiter neues Geld aus dem Nichts geschaffen – in jedem Fall so lange, bis angebliche Deflationsgefahren überwunden sind. Das Problem ist nur: Weder gibt es Deflation in Europa noch droht sie. Ganz im Gegenteil lag zum Beispiel in Deutschland die Inflationsrate im Januar bei 1,9%, dem höchsten Stand seit Juli 2013. Es drängt sich somit der Verdacht auf, dass die vorgeblichen Währungshüter in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen. Mit der ungehemmten Geldschwemme kauft die EZB die Schulden der öffentlichen Hand. Am meisten profitieren die Länder mit der geringsten Kreditwürdigkeit – die sogenannten „Olivenstaaten“ aus Südeuropa. Sie können sich zu Mini-Zinsen mit neuer Liquidität von der EZB eindecken, anstatt marktadäquate Prämien für höhere Risiken zahlen zu müssen.

Über die finanziellen Verhältnisse

Staaten wie Griechenland oder Italien leben weiter permanent über ihre finanziellen Verhältnisse. Denn jeder Politiker möchte wiedergewählt werden, und das geht mit Wohltaten nun einmal besser als mit harter Sparpolitik – insbesondere dann, wenn am Ende ein anderer einspringen muss. Denn die „No-Bail-out-Regel“, nach der kein Mitgliedstaat oder die EU als Ganzes für die Schulden anderer Mitglieder haftet, ist seit dem Einknicken Angela Merkels beim Krisentreffen der EU Staats- und Regierungschefs am 8. Mai 2010 gefallen. Wer für Südeuropa letztendlich zahlt, zeigen die Target2-Salden. Sie messen Überziehungskredite, die sich lokale Geschäftsbanken über ihre nationalen Notenbanken besorgen konnten. Stand Januar 2017 war Deutschland mit knapp 800 Mrd. EUR der mit Abstand größte Gläubiger. Sollte ein Mitglied mit hohen Verbindlichkeiten eine Staatsinsolvenz erleiden oder aus dem Euro austreten, geht die nationale Notenbank mit in Konkurs – und die Notenbanken der Gläubigerstaaten bleiben auf ihren Forderungen sitzen. Wenn am Ende Deutschland das System retten muss, drängt sich eine Frage auf: Wer rettet den Retter? Die Antwort: Deutschland kann dies nur selbst tun. Da es keine Möglichkeit gibt, Problemstaaten zu Reformen zu zwingen oder aus dem Euro auszuschließen, bleibt nur eine Lösung: Deutschland muss selbst aus dem Euro austreten. Denn weiterhin gilt, was der Autor dieses Beitrags bereits vor 20 Jahren in einem Fachartikel schrieb: „Es ist gesicherte Erkenntnis, dass auf Dauer Arbeitsplätze nur in einer stabilen Wirtschaft mit einer stabilen Währung geschaffen werden können und nicht mit einer Abwertungswährung.“

 

Dr. Schmitz ist bereits seit 1988 in der Vermögensverwaltung tätig und arbeitete mehrere Jahre bei der FIDUKA Depotverwaltung im direkten Austausch mit Börsenlegende André Kostolany zusammen, bevor er sich 1993 selbstständig machte. Neben der individuellen Beratung und dem persönlichen Depotmanagement erhalten Kunden durch die Kooperation mit der SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement die Möglichkeit, in zwei sich ergänzende Vermögensverwaltungsfonds zu investieren: den „Schmitz & Partner Global Offensiv“ sowie den „Schmitz & Partner Global Defensiv.“ Die SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement mit Sitz im Tessin, Schweiz, wurde 1997 zur individuellen Betreuung im Vermögensverwaltungsbereich gegründet. Die SCHMITZ & PARTNER AG arbeitet partnerschaftlich mit der 2005 ebenfalls von Dr. Holger Schmitz gegründeten Schmitz & Cie. GmbH – Individuelle Fondsberatung mit Sitz in München zusammen.

Smart Investor 03/2017