Grafik der Woche – Hart versus Soft

Große Diskrepanz zwischen weichen und harten Konjunkturdaten

Grafik

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Die USA sind politisch zweigeteilt. Demokraten und Republikaner können einfach nicht miteinander. Ihre tief sitzenden gegenseitigen Abneigungen führen zu einer Spaltung des Landes. Trotzdem hat sich in den USA nach den Wahlen von Donald Trump zum neuen  Präsidenten so etwas wie Aufbruchsstimmung breit gemacht. Zumindest gilt das mit Blick auf die stimmungsgetriebenen Konjunkturindikatoren. Unternehmens- und Konsumentenumfragen bewegen sich jedenfalls teilweise in rekordhohen Bereichen.

Deutlich mauer sieht es dagegen bisher bei den harten realwirtschaftlichen Wirtschaftszahlen aus. Wie die obige Grafik eindrucksvoll zeigt, können diese nicht mithalten mit den weichen Konjunkturdaten. Die Differenz zwischen weichen und harten Konjunkturdaten ist mittlerweile so ausgeprägt, dass so gesehen auch volkswirtschaftlich von einer Zweiteilung des Landes gesprochen werden darf.

Weil an der Wall Street in den Kursen schon viele Hoffnungen auf eine anziehende Konjunktur stecken, fragen sich viele Anleger inzwischen, wie diese Diskrepanz zu interpretieren ist. Die große Preisfrage dabei lautet, ob die harten den weichen Daten noch nachziehen werden oder ob die weichen Daten vielleicht die Realität überzeichnen und vor einer Korrektur stehen. Letzteres wäre dabei für die weiteren Kursaussichten am US-Aktienmarkt vermutlich weniger gut.

Auch J.P. Morgan Asset Management räumt in diesem Zusammenhang ein, dass mangelnde Fortschritte bei den harten Daten den Anlegern allmählich Anlass zur Sorge geben. Gleichzeitig erinnern die dortigen Analysten aber auch daran, dass es erfahrungsgemäß nicht selten mehrere Monate dauern kann, bis sich eine Veränderung der Umfragewerte in harten Konjunkturzahlen niederschlägt.

Wie die Grafik zeigt, ging ein Anstieg der weichen Umfragewerte häufig einer Verbesserung der harten volkswirtschaftlichen Daten voraus. Es besteht also durchaus die Hoffnung, dass sich die derzeitige Diskrepanz noch in Wohlgefallen auflöst. Passiert das jedoch nicht und weichen die harten Fakten zu sehr von den großen Hoffnungen ab, dann sind volatilere Kursbewegungen als zuletzt an der Wall Street nicht auszuschließen.

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