Grafik der Woche – Alles bleibt beim Alten

Leitzinsen der EZB

Grafik 1Erwartungsgemäß hat Mario Draghi die Leitzinsen für die Eurozone unverändert gelassen. Genau so hatten es auch sämtliche Analysten übereinstimmend erwartet. Auf der Pressekonferenz machte er gleichzeitig klar, in welcher Reihenfolge ein Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik erfolgen würde.

Zuerst würde die Zentralbank das laufende Anleihekaufprogramm (60 Mrd. EUR pro Monat) zurückfahren, dann erst könnte über Zinserhöhungen nachgedacht werden. Die aktuellen Null- bzw. Minuszinsen dürften damit bis weit über das Jahr 2017 anhalten. Mit gesundem Menschenverstand würde man nun fragen, was dieses Experiment bislang gebracht hat. Doch die Antwort darauf wäre wohl zu ernüchternd.

Denn was vor allem erreicht werden sollte, ist eine nennenswerte Belebung der Kreditvergabe. Diese kommt nach einer Darstellung des Bankhaus Lampe jedoch nach wie vor nicht vom Fleck.

Zwar konnte die Zahl der neu ausgereichten Finanzierungen im Wohnungsbau, im Konsumentenbereich und an Unternehmen in den letzten Jahren etwas belebt werden.

Von einer Aktivität wie Ende 2007 oder Anfang 2008 kann jedoch nach wie vor nicht die Rede sein. Am Ende bleibt wohl nur die Vermutung, dass es bei den Experimenten der EZB vielleicht gar nicht so sehr um die Kreditvergabe, sondern um die Bankenrettung und die Entschuldung der Staaten ging.

Kreditvergabe in der Eurozone

Grafik 2

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