Musterdepot SIW 23/2017 vom 07.06.2017

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Unsere Stopp-Buy-Order für den DAX-Short-Turbo (WKN TD88AY, akt. Kurs 8,06 EUR) wurde bislang nicht ausgelöst. Wir hatten den Kauf an die Bedingung geknüpft, dass der DAX zum Schlusskurs auf Xetra unterhalb von 12.440 Punkten schließt. Sollte dies der Fall sein, kaufen wir den Schein unmittelbar nach Handelsschluss auf Xetra über die Börse Stuttgart. Aufgrund der angespannten charttechnischen Situation im deutschen Leitindex belassen wir diese Order im Markt.

Ebenfalls offen ist nach wie vor unsere Order für 50 weitere Aktien der Buffett-Holding Berkshire Hathaway (B-Aktie, WKN A0YJQ2, akt. Kurs 147,80 EUR) zum Kurs von 141,00 EUR. Wir lassen dieses Abstauber-Limit im Markt und hoffen darauf, bei einer ernsthaften Korrektur zur Zug zu kommen. Lesen Sie im aktuellen Heft unseren Bericht über das „Woodstock der Kapitalisten“ in Omaha, wie die Hauptversammlung des Unternehmens auch genannt wird.

Nach einer fulminanten Rally hat die Marktkapitalisierung unseres Musterdepotwertes bet-at-home.com erstmals die Milliardengrenze (!) übersprungen. Angesichts der jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens dürfte die Stärke der Aktie so manchen Anleger verwundert haben. Denn bet-at-home.com berichtete im ersten Quartal ein rückläufiges EBITDA (-34% auf knapp 5 Mio. EUR). Gleichzeitig blieb das Management bei seiner positiven Prognose für das Gesamtjahr. In Summe soll der sogenannte Brutto-Wett- und Gaming-Ertrag auf 144 Mio. EUR steigen (+4%), das EBITDA zwischen 34 und 38 Mio. EUR liegen (+3 bis +15%). Dies erscheint für uns nach wie vor realistisch. Immerhin hat das Unternehmen bereits im ersten Quartal rund 1/3 des Marketing-Budgets für das Gesamtjahr ausgegeben. In den kommenden Quartalen werden die Früchte dieser Aufwendungen geerntet werden. Zuletzt war diese Entwicklung auch nach der Fußball-EM im vergangenen Jahr zu beobachten gewesen, die von bet-at-home.com mit erhöhtem Werbebudget begleitet wurde.

Selbst nach einer kleinen Korrektur zu Beginn dieser Woche fand der Titel bereits wieder zur alten Stärke zurück. Doch ist das Potential mit der aktuellen Bewertung bereits ausgereizt?  Natürlich ist die Aktie kein Schnäppchen mehr. Doch selbst nach Ausschüttung der üppigen Dividende von 7,50 EUR je Aktie sitzt das Unternehmen noch immer auf einer Liquidität von knapp 75 Mio. EUR (inklusive des ausgereichten Darlehens an den Großaktionär). Korrigiert man die Bewertung um den Netto-Cash-Bestand notiert der Titel für 2017 bei einem KGV von rund 26,2, für 2018 bei einem KGV von 23,5. Dies ist zwar nicht wirklich günstig, angesichts des dynamischen Wachstums aber durchaus vertretbar. Zumal die Anzahl der registrierten Kunden laufend steigt (aktuell 4,6 Mio.). Genau aus diesem Pool lassen sich in Zukunft zu relativ überschaubaren Kosten neue aktive Nutzer generieren.

Erst rund ein Fünftel der Aktionäre des Pharmakonzerns Stada (WKN 725180, akt. Kurs 63,81 EUR) konnten die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven von ihrem Übernahmeangebot überzeugen. Die Angebotsfrist läuft morgen ab. Bis Mitternacht am Donnerstag müssen mindestens 75% der Anteilseigner ihre Aktien angedient haben, damit die Übernahme wie geplant umgesetzt wird. Als „Problem“ gilt der bei Stada überdurchschnittlich hohe Anteil von Privatanlegern, darunter auch traditionell mit dem Unternehmen verbundene Apotheker und Ärzte. Andererseits ist es bei solchen Übernahmeangeboten nicht unüblich, dass auch große institutionelle Investoren erst kurz vor dem Ablauf der Frist ihre Papiere andienen.

Damit können sich diese ihre Handlungsfähigkeit erhalten und zur Not über die Börse verkaufen. Die bislang in die neue WKN umgetauschten Stücke dürften daher vor allem aus den Händen von privaten Investoren kommen. Wir setzten mit unserer verbliebenen Position nach wie vor auf ein Gelingen der Transaktion und bleiben investiert. Der aktuelle Abstand des Kurses (63,81 EUR) zum Angebotspreis von 65,28 EUR (zzgl. Dividende von 0,72 EUR) deutet ebenfalls darauf hin, dass der Markt hier keine großen Risiken einpreist.

 

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Der Stopp-Loss für den db x-trackers MSCI Japan ETF (WKN DBX1MJ, akt. Kurs 49,23 EUR) bei 47,50 EUR bleibt auch diese Woche für alle 300 Anteile im Markt. Der Stopp gilt wie gewohnt auf Schlusskursbasis mit Ausführung am nächsten Handelstag.

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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