Musterdepot SIW 28/2017 vom 12.07.2017

Musterdepot

Auch in dieser Woche gibt es Neuigkeiten zu Stada (WKN 725180, akt. Kurs 65,26 EUR). Noch in der letzten Woche hatten wir darüber spekuliert, dass die Investoren Bain Capital und Cinven ein neues Angebot vorlegen könnten. Mit Erlaubnis der BaFin und des Unternehmens war es dann bereits diesen Montag so weit: Die Finanzinvestoren bieten nun 66,25 EUR (inklusive Dividende von 0,72 EUR) – 0,25 EUR mehr als im ersten Anlauf. Gleichzeitig wird die Annahmeschwelle abermals auf 63% gesenkt. Bereits im Hintergrund dürften die Private Equity-Unternehmen Gespräche mit diversen Investoren geführt haben. Für 20% der Anteile liegen bereits verbindliche Zusagen vor.

Ein neues Störfeuer dürfte dagegen durch den US-Investor Elliott kommen, der letzte Woche eine Beteiligung von knapp 8,7% (direkt und über Derivate) an Stada meldete. Die Amerikaner sind dafür bekannt, bei vielen großen Übernahmepokern das Maximum für sich herauszuholen. Mit weiteren Zukäufen könnte Elliott zudem nach einem erfolgreichen neuen Übernahmeangebot einen Squeeze-Out blockieren. Auch deswegen bleiben wir zunächst investiert und sehen die Aktie als Cash-Ersatz an.

Eine böse Überraschung hielt in der vergangenen Woche Tahoe Resources (WKN A1C0RA, akt. Kurs 4,75 EUR) für uns bereit. Das Unternehmen hatte per Ad-hoc-Mitteilung vermeldet, dass ihm die Lizenz für die Escobal-Mine – das mit Abstand größte Projekt des Unternehmens – durch den Supreme Court von Guatemala temporär entzogen worden ist. Angeblich wurden bei der Vergabe der Lizenz von Tahoe Fehler begangen. Inoffiziell darf man vermuten, dass hier ein Provinzfürst in Guatemala zu wenig vom Kuchen abbekommen hat und nun versucht, dem Unternehmen Steine in den Weg zu legen.

Laut den Analysten des kanadischen Brokerhauses GMP hätte das zuständige Gericht vor kurzem in einem ähnlichen Fall die Lizenz binnen zwei Monaten erneut erteilt. Im Fall von Tahoe lässt sich nun jedoch lediglich spekulieren. Klar ist auch, dass die Börse übertrieben hat, falls die Lizenz in den nächsten Monaten wieder erteilt werden sollte. Laut GMP würde eine dreimonatige Suspendierung des Minenbetriebs mit einem um 16% reduzierten Free Cashflow in 2017 einhergehen – ein einmaliger und nicht allzu dramatischer Einbruch. Der Kurs dagegen hat in der vergangenen Woche in der Spitze 40% eingebüßt. Wir werden das Unternehmen weiter beobachten und überlegen hier gegebenenfalls sogar noch einmal aufzustocken.

Nach der heftigen Korrektur wagen wir bei bet-at-home.com (WKN A0DNAY, akt. Kurs 107,25 EUR) einen Wiedereinstieg. Erst am 29.6. haben wir aufgrund der charttechnischen Situation alle 200 Stücke zum Kurs von 123,90 EUR verkauft. Nun können wir diese zu reduzierten Kursen wieder „zurückerwerben“. Aus fundamentaler Sicht dürfte zuletzt vor allem die Diskussion um ein neues Glücksspielgesetz in Polen belastet haben. Sämtliche Glückspiele außer Sportwetten dürfen dort zukünftig nur noch von einem Monopolisten angeboten werden, auf Sportwetten ist zudem eine relativ hohe Steuer in Höhe von 12% des Einsatzes fällig. Ab dem 1. Juli sollen Telekommunikationsanbieter die Aktivitäten von illegalen Anbietern unterbinden. Mit einem Umsatzanteil von 15% ist Polen einer der wichtigsten Märkte für bet-at-home.com.

Obwohl die neue Regelung geltendem Europarecht widerspricht, könnte diese Entwicklung bet-at-home.com dennoch Geld kosten. Im schlimmsten Fall könnte das Unternehmen allerdings sein Marketing-Budget in Polen streichen und in andere Märkte stecken. Damit sollte sich zumindest das untere Ende der Guidance erreichen lassen. Nach der Korrektur ist die Aktie zudem wieder relativ attraktiv gepreist. Für 2018 darf auch ohne Polen mit einem EBITDA und EBT von ca. 40 Mio. EUR gerechnet werden. Die Aktie notiert damit beim ca. 15fachen des Vorsteuerergebnisses und bei einem KGV von ca. 21. Teuer ist in den heutigen Zeiten etwas anderes… Wir kaufen 100 Stücke bestens zur morgigen Eröffnung. Für weitere 100 Stücke setzen wir ein Limit bei 105,40 EUR.

Wieder aufstocken wollen wir unsere Position bei Grenke (WKN A161N3, akt. Kurs 196,95 EUR). Nach dem Split haben wir hier 195 Stücke im Depot. Wir ordern weitere 205 Stücke bestens zur morgigen Eröffnung.

Auch bei BB Biotech (WKN A0NFN3, akt. Kurs 53,22 EUR) stocken wir die bestehende Beteiligung auf. Wir kaufen weitere 120 Stücke bestens zur morgigen Eröffnung.

Die Absicherung mit unserem DAX-Short Turbo (WKN TD88AY, akt. Kurs 8,72 EUR) stellen wir dagegen glatt. Wir verkaufen die gesamte Position bestens zur morgigen Eröffnung.

Zudem nehmen wir einen neuen Titel ins Musterdepot auf. Wir kaufen eine Anfangsposition bei der australischen Amaysim (WKN A14VZA, akt. Kurs 1,05 EUR). Im aktuellen Smart Investor haben wir das Unternehmen als „Aktie im Blickpunkt“ ausführlich vorgestellt. Zuletzt lastete der Verkauf von Aktien im Wert von rund 800.000 AUD durch den CEO auf dem Kurs (als Begründung wurde das Begleichen einer privaten Steuerzahlung genannt). Das Geschäftsmodell des virtuellen Mobilfunkbetreibers ist jedoch dynamisch und wachstumsstark, die Bewertung attraktiver denn je. Wir kaufen 10.000 Stücke mit einem Limit von 1,06 EUR zur morgigen Eröffnung, rund 3% des Depotvolumens.

 

Fonds-Musterdepot

Vor wenigen Wochen haben wir hier den Stopp-Loss für den db x-trackers MSCI Japan ETF (WKN DBX1MJ, akt. Kurs 48,24 EUR) bei 47,50 EUR gestrichen. In den letzten Tagen ist der Kurs dieser Marke relativ nahe gekommen. Wir werden dies weiter beobachten und möglicherweise erneut ein Stopp setzen.

 

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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