Grafik der Woche – Dollar wichtiger als China

Durchschnittliche Monats-Performance und Volatilität des S&P GSCI Industrial Metals TR Subindex in Abhängigkeit von der Entwicklung des handelsgewichteten US-Dollar und dem chinesischen Einkaufsmanagerindex (Februar 2005 bis Juni 2017)

Grafik

Quelle: China Federation of Logistics and Purchasing, S&P, J.P. Morgan

Nach einem schwachen ersten Halbjahr haben Rohstoffe einen guten Start in das dritte Quartal erwischt. Speziell mit Blick auf die Industriemetalle passt diese Entwicklung zur zuletzt zu beobachtenden Dollar-Schwäche sowie zu relativ gut ausgefallenen Konjunkturzahlen aus China. Denn dabei handelt es sich um jene beiden Einflussfaktoren, die als die wichtigsten makroökomischen Rohstoffpreis-Treiber gelten.

Gemäß der Theorie wirkt dabei ein nachgebender Dollar stützend, weil sich über die Währungsschiene die Kaufkraft außerhalb der USA erhöht und Rohstoffe nun mal in der Regel in Dollar handeln. Gute Nachrichten aus dem verarbeitenden Gewerbe in China sollen laut Lehrbuch ebenfalls preisbeflügelnd wirken, weil aus China bekanntlich die größte Nachfrage nach Rohstoffen stammt.

Die Analysten von J.P. Morgan haben sich näher damit beschäftigt, wie sich diese beiden Einflussfaktoren von Februar 2005 bis Juni 2017 auf den S&P GSCI Industrial Metals TR Subindex ausgewirkt haben. Dabei stellte sich heraus, dass die Entwicklung des Dollar auf handelsgewichteter Basis im Beobachtungszeitraum einen größeren Kurseinfluss hatte als der chinesische Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes.

Wertete der Dollar ab und legte der Einkaufsmanagerindex zu, schaffte der S&P GSCI Industrial Metals TR Subindex, wie der obigen Tabelle zu entnehmen ist, ein Monatsplus von im Schnitt 3,2%. Einher ging das hochgerechnet mit einer Volatilität von 19,9% p.a. Besonders schlecht lief es mit durchschnittlich minus 3,3% dagegen, wenn der Dollar aufwertete und gleichzeitig der Einkaufsmanagerindex schwächelte. Wertete der Dollar aber ab und der Einkaufsmanagerindex gab nach, dann betrug das Monatsplus 1,9%. Das vergleicht sich mit einem Minus von 1,4% bei einem aufwertenden Dollar und einem stärker werdenden Einkaufsmanagerindex.

Vor diesem Hintergrund dürften Rohstoff-Optimisten damit leben können, wenn die Prognose der J.P.Morgan-Analysten aufgeht, die zwar im zweiten Halbjahr 2017 mit einer abschwächenden Konjunktur in China rechnen, gleichzeitig aber einen weiter fallenden Dollar nicht ausschließen. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt aber auf jeden Fall, dass es für Rohstoff- Investoren Sinn macht, Dollar und Einkaufsmanagerindex in China auf dem Radarschirm zu haben.

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