Musterdepot SIW 34/2017 vom 23.08.2017

Musterdepot

Die Börsen könnten sich in den nächsten Wochen sehr viel positiver zeigen, als so mancher Beobachter dies aktuell auf dem Schirm hat. Wir haben dies ausführlich im heutigen Weekly besprochen. Wir setzen daher folgenden Stopp: Sollte der DAX auf Xetra zu einem Kurs von 12.250 Punkten oder mehr schließen, verkaufen wir alle 1.000 Scheine des DAX Short Turbo (WKN TD88AY, akt. Kurs 13,44 EUR) unmittelbar danach bestens am Börsenplatz Stuttgart.

Allerdings sind wir durch die zuletzt ausgelösten Stopps eindeutig unterinvestiert. Die Cash-Quote liegt inklusive des Verkaufserlöses aus der Absicherungsposition bei fast 37%. Wir nehmen daher eine Aktie erneut ins Depot auf und kaufen drei neue Titel.

Zunächst wollen wir die Aktie von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ins Depot aufnehmen. Wir stellen Ihnen den Titel im neuen Smart Investor, der am Samstag erscheint, in der Kategorie „Buy or Goodbye“ ausführlich vor. Deutsche Anleger assoziieren mit dieser Aktie wohl vor allem die angestaubte Marke Fiat. Allerdings ist FCA heute ein holländisches Unternehmen mit Verwaltungssitz in London, Börsennotiz in Mailand und New York und einem weltweiten Geschäft. Deutlich bedeutender als die europäischen Marken ist das Geschäft von Jeep und Ram in den USA. Alleine Jeep könnte heute so viel wert sein, wie FCA insgesamt an der Börse auf die Waage bringt. Gerade erst machen deswegen Übernahmegerüchte durch den chinesischen Hersteller Great Wall die Runde. Doch auch ohne solch eine Offerte ist das Unternehmen bei einem KGV von 4,4 für 2018 ein attraktives Schnäppchen. Neuesten Gerüchten zufolge spielt FCA zudem mit dem Gedanken, die Luxusmarken Maserati und Alfa Romeo sowie das Zuliefergeschäft (u.a. Magneti Marelli) abzuspalten. Laut Bloomberg sollten diese beiden Unternehmensteile 7 und 5 Mrd. EUR wert sein. FCA bringt es aber gerade einmal auf einen Börsenwert von 18,5 Mrd. EUR. Zuletzt zeigt der Chart an, dass Momentum in der Aktie steckt. Wir kaufen 1.700 Aktien (WKN A12CBU, akt. Kurs 11,51 EUR) billigst zur morgigen Eröffnung, ca. 6% des Depotvolumens.

Als nächstes kaufen wir 300 Aktien von HOMAG (WKN 529720, akt. Kurs 63,15 EUR) mit einem Limit von 63,30 zur morgigen Eröffnung. Dies entspricht knapp 6% des Depotvolumens. Wir hatten Ihnen diese Aktie im Smart Investor 8/2017 erneut ausführlich vorgestellt. Das Unternehmen ist ein klassischer Hidden Champion in der Holverarbeitungsindustrie. Zusätzlich befindet sich das Unternehmen bereits seit 2014 durch die Übernahme durch Dürr in einer Sondersituation. Obwohl die Zahlen darauf hindeuten, dass HOMAG bereits ab diesem Jahr die bedeutendste Sparte für den ebenfalls börsennotierten Dürr-Konzern ist, muss der Großaktionär hier mit den verbleibenden Aktionären teilen. Nach unseren Schätzungen dürfte HOMAG bereits 2018 knapp 5,00 EUR je Aktie verdienen. Das KGV liegt damit bei lediglich 13. Für einen Abfindungswert in diesem Stadium ist dies ungewöhnlich günstig.

Erneut kaufen wollen wir die Aktie von Bolloré (WKN 875558, akt. Kurs 3,91 EUR). Mit unserem Stopp-Loss waren wir ein bisschen zu vorsichtig. Wir kaufen daher die gleiche Position, also 5.000 Stücke, billigst zur morgigen Eröffnung zurück. Auch dies entspricht knapp 6% des Depotvolumens. Die Holding des französischen Milliardärs Vincent Bolloré ist massiv unterbewertet. Derzeit wird an der Börse vor allem das sichtbare Logistikgeschäft in Afrika bewertet. Der Versuch von Bollore, aus Vivendi (20% Anteil) einen globalen Mediengiganten zu machen, fällt dabei unten durch. Daneben stehen vermutlich nur ca. halb so viele Bolloré-Aktien aus, wie es die Börse derzeit einpreist. Dies wurde erst 2015 durch eine Studie des Shortsellers Muddy Waters bekannt.

Mit ITURAN kaufen wir einen Small Cap ins Depot, den wir Ihnen im Smart Investor 7/2016 vorgestellt haben. Das Unternehmen ist in Brasilien, Argentinien, Israel und den USA als Dienstleister mit der Wiederbeschaffung gestohlener Autos beschäftigt. Die Fahrzeuge werden dabei mit einer modernen Ortungstechnik ausgestattet und im Fall eines Diebstahls von einem spezialisierten Team von ITURAN verfolgt. Der Service ist von den Kunden in einem Abo-Modell buchbar. In manchen Ländern ist die Buchung bei gewissen Fahrzeugklassen sogar eine Bedingung der Versicherung. Mit einem 16er KGV für 2017 ist das Papier angesichts des dynamischen Wachstums und der stabilen Erträge günstig bewertet. Zuletzt zeigt auch der Chart wieder aufkommendes Momentum. Wir kaufen zur morgigen Eröffnung 300 Stücke (WKN 925333, akt. Kurs 27,56 EUR) mit einem Limit von 28,75 EUR. Zwar ist die Bid/Ask-Spanne bei dieser Auslandsaktie relativ weit. Mit weniger als 3% des Depotvolumens wollen wir dennoch mit dabei sein.

Unser langjähriger Musterdepot-Titel Hochdorf (WKN A0MYT7, akt. Kurs 244,40 EUR) meldete in der vergangenen Woche durchwachsene Halbjahres-Zahlen. Dank des Zukaufs Pharmalys konnte zwar der Umsatz (+12,1% auf 312,1 Mio. CHF) und das EBIT (+20,4% auf 15,8 Mio. CHF) deutlich gesteigert werden. Allerdings wurde einmal mehr deutlich, wie kompliziert das alte Kerngeschäft des Unternehmens ist. Die Musik spielt dagegen im Segment Babynahrung. Doch auch hier gab es in Ägypten sowie mit einem Kunden in Libyen Probleme. Daneben stellt das Unternehmen seine Lieferfrist von sechs Monate auf drei Monate um, was zu leicht geringeren Bestellungen führte. Im zweiten Halbjahr sollen die Anlagen jedoch wieder vollständig ausgelastet sein. Die Zahlen von Pharmalys liegen dem Unternehmen zufolge vollständig im Plan. Hochdorf prognostiziert nun einen leicht reduzierten Umsatz von 610 bis 650 Mio. CHF. Die EBIT-Marge soll auch weiterhin bei 6,1 bis 6,6% liegen. Aktionäre können damit durchaus zuversichtlich auf den Verlauf des zweiten Halbjahres blicken. Ab 2018 kommt dann mit dem Start der neuen Anlage in Sulgen wieder Musik in den Titel.

 

Fonds-Musterdepot

Keine Veränderung

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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