Smart Investor 12/2017 – Editorial

Nebenwerte – das klingt zunächst einmal wenig sexy. Anders als im echten Leben, ist dies an der Börse jedoch selten ein schlechtes Zeichen! Auch Warren Buffett ist bekanntlich ein großer Freund der Langeweile, solange sich damit langfristig Geld verdienen lässt. Nicht ohne Chuzpe meinte Buffett einst, dass er locker 50% Rendite im Jahr erzielen würde, wenn er lediglich 1 Mio. USD verwalten müsste. Nun ist nicht jeder Anleger Millionär. Leider aber meist auch nicht der neue Warren Buffett. Blickt man auf dessen Anfangsjahre, lässt sich dennoch lernen, womit er seine ersten Millionen verdient hat: mit Nebenwerten.

Mangels Computer durchforstete der kleine Warren mit Begeisterung „Moody’s Manual“, wo er auf Klein- und Kleinstunternehmen stieß, die niemand anderes auf dem Schirm hatte: So etwa im Jahr 1951 die Aktie von GEICO, der ersten Direktversicherung der USA für Automobile. Ein Unternehmen also mit einem Börsenwert von wenigen Mio. USD. Bis heute ist daraus ein Konzern mit einem versicherungstechnischen Ergebnis von rund 460 Mio. USD geworden. Oder die Aktie von Berkshire Hathaway, einem strauchelndes Textilunternehmen mit hohem Substanzwert und einer Marktkapitalisierung von lediglich 17 Mio. USD. Was später daraus wurde, ist Geschichte …

Alleine rechnerisch ist völlig klar, dass ein winziges Unternehmen andere Wachstumsmöglichkeiten hat als ein Großkonzern. So viel zur Theorie. In der Praxis ist es deutlich diffiziler, den zukünftigen Performancestar bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren. Aber auch hier bieten die Börsenzwerge einige Vorteile: Deren Geschäftsmodelle lassen sich nämlich wirklich verstehen, und der direkte Draht zum Management ist häufig unkompliziert. Statt sich mit der x-ten Reorganisation des Siemens-Konzerns zu befassen, sind die Produkte oder Dienstleistungen der meisten Small Caps greifbar.

Im vorliegenden Heft finden Sie daher erste Anhaltspunkte zu interessanten Unternehmen aus der zweiten (Small Caps auf S. 10) und der dritten Reihe (Micro Caps auf S. 14). Daneben stellen wir Ihnen ab S. 6 einige Nebenwerte-Dauerläufer vor, die bereits seit einiger Zeit bewiesen haben, dass sie Werte für Aktionäre schaffen können.

Weihnachten naht, und falls Sie noch Inspirationen benötigen, hätte ich eine Idee für Sie: Wie wäre es mit einem Smart-Investor-Geschenkabo für einen Freund oder Bekannten? Zusätzlich erhalten Sie dann noch einen Buch- sowie einen Weingutschein im Wert von jeweils 15 EUR. Also drei Geschenke zum Preis eines Abonnements. Interesse? Unter smartinvestor.de/weihnachtsabo finden Sie weitere Informationen sowie die Möglichkeit zum Bestellen.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende und alles andere als langweilige Lektüre

Herzlichst

 

 

 

Christoph Karl
Stellvertretender Chefredakteur