Grafik der Woche – Eine Frage von Angebot und Nachfrage

Marktkapitalisierung aller weltweit gehandelten Kryptowährungen

Blase oder nicht – das ist eine Diskussion, die fast so alt wie der Bitcoin selbst ist. Mit der erstmaligen Notiz oberhalb der psychologischen Marke von 10.000 USD wird diese mittlerweile in einer Intensität geführt, wie bei kaum einer anderen Assetklasse. Immer wieder wird von Beobachtern der Vergleich mit der „Tulpenmanie“ im 17. Jahrhundert bemüht, wenn man sich mit dem Phänomen Bitcoin und den restlichen Kryptowährungen befasst. Dabei muss man nicht einmal so lange zurückgehen, um einen adäquaten Vergleich zu bekommen.

.com-Blase aus dem Rückspiegel

Als Ende der 90er Jahre Internetaktien bei den Anlegern beliebt wurden, stiegen diese vor allem, da es zu wenig Angebot gab. Schnell wurden neue heiße .com-Papiere emittiert. Bestehende Unternehmen fügten ihrem Namen ein .com hinzu, um ein Stück des Kuchens abzubekommen. Laut Daten von Bloomberg wurden zwischen 1997 und 2000 Internet-Börsengänge im Volumen von 44 Mrd. USD bei Anlegern platziert. Am Ende schließlich wuchs das Anlage-Universum schneller als die Nachfrage. Die fulminante .com-Bubble begann zu platzen. Natürlich waren die Bewertungen der Unternehmen Anfang 2000 absurd. Aber es sind nicht zu hohe Bewertungen, die Blasen zum Einsturz bringen, es ist eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Noch ist es ein Verkäufermarkt

Mit einem Marktwert von rund 280 Mrd. USD haben sämtliche vorhandenen Kryptowährungen in den letzten Wochen bereits ein beachtliches Investment-Universum geschaffen. Das größte Stück des Kuchens ist natürlich nach wie vor der Bitcoin. Er alleine bringt es auf knapp 160 Mrd. USD. Alle anderen sogenannten „Altcoins“ zusammen bringen aber ebenfalls bereits rund 120 Mrd. USD auf die Waage. Die „Kryptosphäre“ ist also keinesfalls durch die maximal möglichen 21 Mio. Bitcoins limitiert. Stattdessen schießen laufend neue digitale Währungen aus dem Boden. Dazu kommen jede Menge ICOs (Initial Coin Offerings) von mehr oder weniger seriösen Start-Ups sowie diverse börsennotierte Unternehmen, die auf Blockchain-Technik setzen. Noch ist der Hunger der Anleger auf alles, was mit dem Label „Kryptowährung“ oder „Blockchain“ daherkommt, enorm. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Angebot überhandnimmt. Dann könnte es auch mit der „Kryptomanie“ schnell vorbei sein.

Anteil der jeweiligen Kryptowährung an der gesamten Marktkapitalisierung

Auch im gestrigen Smart Investor Weekly 47/2017 haben wir uns ausführlich mit dem Hype rund ums Kryptogeld befasst.

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