Sollbruchstelle Italien

Dr. Holger Schmitz

Erlebt der Euro ein Comeback? – Natürlich nicht!

Um rund 8% hat der Euro gegenüber dem Schweizer Franken seit Jahresanfang aufgewertet. Nur scheinbar befindet er sich damit auf der Überholspur. Fakt ist: Die Gemeinschaftswährung steuert geradewegs auf einen Crash zu. Längerfristig wird der Schweizer Franken die Oberhand behalten, denn die systemimmanenten Schwächen der europäischen Gemeinschaftswährung sind und bleiben unüberwindbar. Über die letzten 50 Jahre wertete der Franken, verglichen mit anderen Währungen, real kontinuierlich auf. Ein Grund dafür ist, dass die Schweizerische Nationalbank nicht der Versuchung erlegen ist, den Wert des Franken durch übermäßige Geldmengenausweitung zu unterminieren und dadurch stetig steigende Staatsausgaben zu finanzieren. Hinzu kommt die extrem hohe Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

Brandherd

Apropos Wettbewerbsfähigkeit: Insbesondere durch diesen Faktor wird der Euro über kurz oder lang wieder unter Druck geraten. Der größte Brandherd ist Italien. Das Land ist von einer strukturellen Wirtschaftskrise schwer gezeichnet. Anstatt dringend notwendige Reformen anzugehen und den Schuldenberg abzutragen, häuft die Regierung immer höhere Verbindlichkeiten auf. Bis spätestens Ende Mai 2018 finden Parlamentswahlen statt und die Euro-Ablehnung ist bei der italienischen Bevölkerung und den Parteien größer denn je. Sollten die neuen politischen Entscheidungsträger in Rom auf einen Austritt drängen, säße der Euro von zwei Seiten in der Falle. Lässt man die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone mitsamt ihren Schulden gehen, ist die Währung politisch gescheitert. Hält man Italien über weitere sehr hohe Transfers im System, dürften die Belastungen – anders als bei Griechenland – nicht zu verkraften sein. Letztendlich läuft damit alles auf eine Auflösung des Euro hinaus.1 Klar ist allerdings jetzt schon, wer letztendlich den größten Schaden trägt: Deutschland. Die Forderungen der Bundesbank aus TARGET2 beliefen sich zum 31.10.17 auf knapp 850 Mrd. EUR. Dies sind Überziehungskredite, die sich lokale Geschäftsbanken innerhalb der Eurozone über ihre nationalen Notenbanken besorgen konnten. Deutschland ist damit weiterhin mit Abstand größter Gläubiger innerhalb des Konstrukts.

Alternative Norwegen

Wie es besser geht, zeigt neben der Schweiz noch ein anderes europäisches Land, das ebenfalls nicht Mitglied des Euro ist: Norwegen. Der dortige Pensionsfonds ist der größte Staatsfonds der Welt. Sein verwaltetes Vermögen betrug zum 30.6.17 umgerechnet rund 865 Mrd. EUR und war damit ebenso hoch wie der Betrag, den Deutschland als getarnte Subventionen über TARGET2 vornehmlich nach Südeuropa transferiert hat. Während das Geld der deutschen Steuerzahler angesichts der Reformunwilligkeit der Schuldenstaaten verloren ist, wurde es von den Norwegern mehrheitlich in Aktien angelegt. Machen Sie es wie die Norweger! Investieren Sie in Aktien – am besten außerhalb der Eurozone –, um sich von den Risiken einer drohenden Währungsauflösung zu befreien!

 

Über Dr. Holger Schmitz

Dr. Schmitz ist bereits seit 1988 in der Vermögensverwaltung tätig und arbeitete mehrere Jahre bei der FIDUKA Depotverwaltung im direkten Austausch mit Börsenlegende André Kostolany zusammen, bevor er sich 1993 selbstständig machte. Neben der individuellen Beratung und dem persönlichen Depotmanagement erhalten Kunden durch die Kooperation mit der SCHMITZ & PARTNER AG – Privates
Depotmanagement die Möglichkeit, in zwei sich ergänzende Vermögensverwaltungsfonds zu investieren: den Schmitz & Partner Global Offensiv sowie den Schmitz & Partner Global Defensiv. Die SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement mit Sitz im Tessin, Schweiz, wurde 1997 zur individuellen Betreuung im Vermögensverwaltungsbereich gegründet. Die SCHMITZ & PARTNER AG arbeitet partnerschaftlich mit der 2005 ebenfalls von Dr. Holger Schmitz gegründeten Schmitz & Cie. GmbH – Individuelle Fondsberatung mit Sitz in München zusammen.