Musterdepot SIW 2/2018 vom 10.01.2018

Musterdepot

Der E-Auto-Konzern Tesla kann uns nach wie vor nicht überzeugen. Das kolportierte Gerücht, wonach zum Jahresende hin ganze 1.000 Fahrzeuge des Model 3 in einer einzigen Woche gefertigt werden könnten, stellte sich schon als sehr ambitioniert heraus. Insgesamt waren es im vierten Quartal dann tatsächlich nur etwas mehr als 1.500 Stück. Nein, wir wollen hier nicht kleinlich sein. Der Anlauf einer neuen Produktion kann in der Tat schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Da sind viele Unwägbarkeiten mit einzukalkulieren. Allerdings haben wir es im Falle von Tesla mit einem Unternehmen zu tun, welches fast 50 Mrd. EUR Börsenwert auf die Waage bringt. Dies ist nur etwas weniger als z.B. bei BMW, welche aber produktionstechnisch in einer ganz anderen Liga rangieren.

Das ehemalige Ziel von 5.000 produzierten Tesla Model 3 Karossen pro Woche ist nun auf Ende 2018 verschoben worden – das ist die dritte Verschiebung innerhalb eines halben Jahres!

Wäre Tesla nun alleine auf dem Markt für Elektroautos, könnte man diese Produktionsschwierigkeiten ja noch hinnehmen. Tatsächlich aber wird die Reihe der Unternehmen, die sich zukünftig stärker in diesem Segment tummeln wollen, immer länger. Da wären die deutschen Hersteller wie die genannte BMW, die in den kommenden Jahren hier richtig auf´s Gas steigen wollen. In den USA ist z.B. der E-Wagen Chevrolet Bolt in Sachen Produktionszahlen an seiner direkten Konkurrenz, dem Model X von Tesla, deutlich vorbei gezogen.

Wohin man auch blickt, wir können keine wirklich erbaulichen Nachrichten erkennen, welche die hohe Tesla-Bewertung rechtfertigen würden. Allerdings laufen die Dinge an den Börsen oftmals anders als man denkt, wie z.B. gestern, als die Aktie ohne wichtigen Grund um fast 4% zulegen konnte. Daher werden wir für unsere Tesla-Short-Position weiterhin den Stop-Loss belassen. Die Regel dazu lautet: Sollte die Tesla-Aktie (WKN A1CX3T; aktueller Kurs: 333 USD) an der Nasdaq an einem Handelstag über 365 USD schließen, so verkaufen wir unsere 1.900 Turbo-Short-Scheine (WKN DM7Q6R) vollständig zur Eröffnung am nächsten Handelstag in Frankfurt.

Ganz anders sieht es bei unserem Musterdepotwert Gilead (WKN 885823) aus: Der gestrige starke Kursanstieg von fast 5% in New York erfolgte ebenfalls ohne nennenswerten Meldung aus dem Unternehmen. Auf einer amerikanischen Health Care Konferenz konnte Gilead-Chef John Milligan wohl die Analysten von den Zukunftsaussichten des Unternehmens überzeugen – wohlgemerkt ohne neue Perspektiven aufzuzeigen. Aber alleine die bisherigen Aussichten sprechen ja für eine Höherbewertung dieses Pharmariesen mit Value-Touch (KGV 2019 bei unter 11).

Keine der über den Jahreswechsel vorsichtshalber gesetzten Stopp-Loss-Orders wurde auf Schlusskursbasis ausgelöst. Lediglich intraday kam der Kurs bei Gilead Sciences (WKN 885823, akt. Kurs 64,20 EUR) dem Stopp-Loss bei 59,00 EUR gefährlich nahe, bei Solutions 30 (WKN A2AP0H, akt. Kurs 27,85 EUR) wurde der Stopp-Loss von 24,80 EUR sogar an zwei Tagen unterschritten – allerdings ebenfalls nur intraday. Da solche Ausschüttler während eines Handelstages gar nicht so selten sind, setzen wir die Stopp-Loss-Marken in aller Regel – so wie auch dieses Mal – auf Schlusskursbasis. Es verbleiben also alle Positionen weiter im Musterdepot. Die Stopp-Loss-Orders belassen wir auf unverändertem Niveau.

 

Fonds-Musterdepot

Keine Veränderungen

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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