Grafik der Woche: Rohstoffe mit neuen Tiefs im Verhältnis zu US-Aktien

Das Verhältnis von Rohstoffpreisen zu US-Aktien im Jahresverlauf 2017 auf einen neuen Tiefstand gefallen.

Quellen: Thomson Reuters Datastream, Metzler; Stand: 13.12.2017


Geld zu verdienen mit Rohstoffen ist keine einfache Sache. Das mussten die in dem Segment aktiven Anleger in den vergangenen Jahren leidvoll erfahren. Denn eine lange flaue Weltwirtschaft nach der Kreditkrise und die im Zuge des vorherigen Booms entstandenen Überkapazitäten sorgten für eine schwache Entwicklung bei den Rohstoffpreisen und damit auch bei vielen Rohstoffaktien.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Die im Jahr 2015 einsetzende Stabilisierung bei den Rohstoffpreisen hat sich im Lauf dieses Jahres tendenziell fortgesetzt. Als Stütze erweist sich laut DekaBank die Tatsache, dass das gesunkene Preisniveau eine bremsende Wirkung auf die Investitionstätigkeit zeigte. So seien bei den Industriemetallen die Unternehmensinvestitionen im Bereich der Minen zwischen 2012 und 2016 um mehr als 60% eingebrochen. Das Angebots-/Nachfrage-Verhältnis hat sich somit verbessert, zumal die globale Rohstoffnachfrage auch von der wieder besser laufenden Weltwirtschaft profitiert.

Trotz dieser Stabilisierungstendenzen ist ein aus anlagestrategischer Sicht sehr wichtiger Trend aber nach wie vor intakt: Gemeint ist damit die relative Schwäche des Rohstoffsegments im Verhältnis zu den Aktienkursen. Besonders sticht diese Diskrepanz beim Blick an die Wall Street ins Auge. Denn wie das Bankhaus Metzler aufzeigt, ist das Verhältnis von Rohstoffpreisen zu US-Aktien im Jahresverlauf 2017 auf einen neuen Tiefstand gefallen. In der obigen Grafik ist das sehr schön am Verhältnis des S&P Goldman Sachs Total Return Rohstoffpreisindex zum MSCI USA Total Return Index festzumachen.

Auffällig ist dabei zum einen, dass  unter dem Strich bereits seit einigen Jahrzehnten eine relative Schwäche des Rohstoffsegments festzustellen ist. Diese wurde nur von temporären Stärkephasen unterbrochen, seit dem Beginn der Kreditkrise im Jahr 2007 herrscht jedoch wieder eine Schwächeperiode vor.

Der Langfristchart bringt die Metzler-Analysten zu der Schlussfolgerung, dass entweder US-Aktien zu teuer oder Rohstoffpreise zu günstig sind. Hausintern sind die Experten dabei der Ansicht, dass bei einem wie erwartet anhaltend robusten Wachstumstempo der Weltwirtschaft eine Chance für steigende Rohstoffpreise in 2018 besteht.

Für Anleger, denen es darum geht, möglichst gut abzuschneiden und in den Assets übergewichtet zu sein, die besonders stark laufen, lautet das Motto allerdings, vor massiven Umschichtungen auf eindeutige Chartsignale zu warten. Das heißt, erst wenn die relative Schwäche in eine relative Stärke der Rohstoffpreise im Vergleich zu den US-Aktienkursen umschlägt, sind entsprechende Umschichtungen auch charttechnisch als sinnvoll zu erachten.

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