Prévoir Perspectives

Lars Kolbe

Der Prévoir Perspectives investiert in eine handverlesene Auswahl von Aktien, deren Unternehmen ihr Domizil in einem europäischen Land haben sowie den Euro als Zahlungsmittel nutzen. Der Fokus liegt dabei auf Small- und Micro Caps. Im Bereich der Small Caps (Marktkapitalisierung von bis zu 1 Mrd. EUR) war Ende November mehr als die Hälfte des Portfolios investiert. Ein Drittel war in einer Market Cap von 1 bis 5 Mrd. EUR investiert. Der Rest liegt im Bereich von über 5 Mrd. EUR, nicht zuletzt, um bei eventuellen Rückgaben hinreichend liquide zu sein. Armin Zinser selbst beschreibt seinen Ansatz als bottom-up-geprägt ohne Indexbezug. Die Active Share von über 80% bestätigt dies. Regional liegt der Fokus klar auf Deutschland. Hier sind knapp zwei Drittel des Fonds investiert. Mit 17% ist Frankreich zwar ebenfalls prominent vertreten. Aber rechtfertigt das einen Vergleich mit dem CAC All-Tradable, einem französischen Index für kleinkapitalisierte Werte? „Natürlich nicht“, klärt Zinser auf, der den Prévoir Perspectives seit August 2009 managt. Es gibt vielmehr historische Gründe für diese Benchmark, die sich vor allem die stark investierten französischen institutionellen Investoren wünschen.

Österreichische Schule

„Pragmatisch und mit gesundem Menschenverstand“, so beschreibt Zinser seinen Ansatz. Der Anhänger der Österreichischen Schule investiert dieser Philosophie entsprechend nicht in Banken oder Unternehmen mit großem staatlichen Einfluss oder relativ hoher Verschuldung. Gerade letztere Kriterien machen es ihm schwer, in Frankreich hinreichend viele Unternehmen zu finden. Nur etwa 150 bis 200 Titel kämen hier in die engere Auswahl, während er in Deutschland 1.000 bis 1.200 Werte auf dem Zettel hat. Diese Werte findet Zinser durch regelmäßige Unternehmensbesuche vor Ort, durch sein internationales Broker-Netzwerk und durch die Teilnahme an Konferenzen. Der Fokus bei der Titelselektion liegt auf eigentümergeführten Mittelständlern. Gerne wählt Zinser hier Unternehmen mit einem hohen Anteil (bis zu 80%) an Altaktionären/Eigentümern und einem relativ geringen Free Float. Zur Begründung verweist der mit einem AA-Citywire-Rating ausgestattete Manager auf die häufigen Hedgefondsattacken gegen mittlere Unternehmen (z.B. Wirecard und Ströer). Bei einem geringen Streubesitz gibt es nicht genügend Material für die Shortseller, die häufig mit zweifelhaften Methoden agieren.

Fazit

Für Investoren mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, die zwischenzeitliche Schwankungen aushalten, bietet der Prévoir Perspectives eine sehr gute Portfoliobeimischung. Der Fonds, der eine positive Sharpe-Ratio von 1,28 aufweist, überzeugt sowohl kurz- als auch mittelfristig mit einer herausragenden Wertentwicklung. Aufgrund des bekanntermaßen seit neun Jahren laufenden Aktien-Haussezyklus steht eine ultimative Bewährungsprobe in Baisseperioden allerdings noch aus. Ein Wermutstropfen sind die hohen Kosten der C-Tranche (3%). Wer jedoch mindestens 150.000 EUR investieren kann, dem steht die I-Tranche offen, welche mit 1,5% marktgerecht gepreist ist. Allzu lange sollte man jedoch nicht mit dem Einstieg warten: Armin Zinser wird den Fonds bei 100 Mio. EUR schließen, um eine Verwässerung des Ansatzes zu verhindern. Derzeit sind es ca. 65 Mio. EUR.

 

Über Lars Kolbe

Lars Kolbe (Jahrgang 1966) ist Dipl.-Kaufmann und seit 2011 Gründer und Geschäftsführer der Aqualutum GmbH. Frühere Stationen waren u.a. die Bad Homburger FERI Trust, wo er das Fondsresearch verantwortete. Kolbe ist Fondsberater des Fonds m4 masters select (WKN: A12F3R).