Aktien-Update: AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA

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Vor gut einem Jahr nahmen aggressive Shortseller die Aurelius-Aktie unter Beschuss. Die Anschuldigungen reichten von einer angeblichen Überbewertung, über intransparente Vorstandsverkäufe und endeten bei einer grundsätzlichen Infragestellung des Geschäftsmodells. Von diesem Schock hat sich das Papier mit etwas Mühe inzwischen nahezu vollständig erholt. Mit dem Rückenwind der nun vorliegenden Geschäftsbilanz und einem überaus optimistischen Ausblick rückt auch das vergangene Allzeithoch wieder in greifbare Nähe.

2017 brachte es der Sanierer erneut auf eine rege Transaktionstätigkeit. Insgesamt sechs Akquisitionen und drei Firmenverkäufe fielen in diesen Zeitraum, was auch den für Aurelius typischen „Bargain Purchase“ deutlich beeinflusste. Dieser negative Goodwill fällt an, wenn ein hinzugekauftes Unternehmen unter seinem eigentlichen Buchwert erworben wird (formal ausgedrückt handelt es sich dabei um die Auflösung negativer Unterschiedsbeträge in Folge der erstmaligen Konsolidierung). Der Hauptteil des für 2017 ausgewiesenen Bargain Purchase von 447 Mio. EUR entfällt auf den Erwerb der Office Depot Europe, zugleich die gemessen am Umsatz bislang größten Akquisition der Aurelius-Geschichte. Mit dieser zeigt sich Aurelius-Chef Dr. Dirk Markus sehr zufrieden, wobei auch hier noch viel Arbeit vor Aurelius liegt. Spekuliert wird am Markt, ob Markus nicht vielleicht längst auch einen Zusammenschluss mit dem von Cerberus übernommenen Europageschäft des Konkurrenten Staples ins Auge gefasst hat. Fest steht, dass sich die Branche weiter verändern wird. Weitere Zukäufe des vergangenen Jahres betreffen den dänischen „Do It Yourself“-Einzelhändler Silvan und das Schweizer Futtermittelgeschäft des US-Konzerns Cargill.

Rein operativ erreichte Aurelius trotz des Abgangs profitabler Firmen ein EBITDA auf Vorjahresniveau bei 114,9 Mio. EUR. Für Markus ist dies der Beweis, dass die von Aurelius eingeleiteten Maßnahmen in den Beteiligungen greifen. Der Konzerngesamtumsatz kletterte erstmals über die Marke von 4 Mrd. EUR (2016: 2,9 Mrd. EUR). Auf der Exit-Seite gelangen den Münchenern ebenfalls mehrere erfolgreiche Deals. So verkaufte man im Dezember die Studienkreis-Gruppe an den skandinavischen Private-Equity-Investor IK für über 70 Mio. EUR. Damit konnte das eingesetzte Kapital innerhalb von rund vier Jahren mehr als verzehnfacht werden. Bereits im Sommer schloss man den Verkauf des Kompressorenherstellers Secop an die japanische Nidec zu einem vergleichbaren Multiple ab. Den hohen Mittelzufluss will der Vorstand teilweise für eine Partizipationsdividende von 3,50 EUR (Vj.: 3 EUR) verwenden. Gleichzeitig soll die Basisdividende dauerhaft auf 1,50 EUR und somit um 50% erhöht werden. Schon heute kann Markus seinen Aktionären auch für das Geschäftsjahr 2018 eine attraktive Dividende in Aussicht stellen. Angesichts einer prall gefüllten „Kriegskasse“ von über 600 Mio. EUR zum Ende des letzten Jahres plagen die Gesellschaft wahrlich keine Finanzsorgen – ganz im Gegenteil.

Fazit:
Aurelius halten Kurs und der Vorstand sein Versprechen, die Gesellschaft an der Börse als stabilen Dividendentitel mit Wachstumsfantasie zu etablieren. Der erfolgreiche Verlauf des Geschäftsjahres 2017 dient zudem als weiterer Beleg für die Qualitäten der von Aurelius verfolgten und über die Jahre optimierten Beteiligungsstrategie. Die Aussichten und das Marktumfeld sprechen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die hohe Ausschüttung dürfte den Titel bis zur Hauptversammlung im Mai nach unten absichern.

Die im Zuge der damaligen Short-Attacke aufgekommene Frage nach den Aktienbesitzverhältnissen des Vorstandes hat sich immer noch nicht zu unserer Zufriedenheit geklärt. Wir hatten unsere damalige Musterdepotposition in mehreren Schritten verkauft und dabei einen Mischverkaufspreis von rund 53,50 EUR erzielt. Damit liegen wir etwa 10% unter dem jetzigen Kurs.

Wir halten die Gesellschaft nach wie vor für eine der besten Firmen auf dem deutschen Kurszettel und denken auch weiterhin an einen Wiedereinstieg im Rahmen unseres Musterdepots. Allerdings würden wir dies vermutlich erst bei deutlich tieferen Kursen tun.

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