Aktien-Update: CEWE

Eigentlich stand das Geschäftsjahr 2017 für den Fotoentwickler CEWE anfangs nur unter bedingt positiven Vorzeichen. Denn für das wichtigste Produkt der Niedersachsen, das CEWE Fotobuch, kam es zur einer satten Erhöhung des Umsatzsteuersatzes von ehemals 7 auf nunmehr reguläre 19%. Die Befürchtung, dass dadurch die Nachfrage deutlich zurückgehen könnte, erwies sich letztlich als unbegründet. Vielmehr lag der Absatz der Fotobücher mit über 6 Millionen Exemplaren innerhalb der internen Planungen. Auch Foto-Kalender, Wandbilder und Geschenkkarten mit aufgedruckten Fotomotiven waren gefragt. Das Geschäftsmodell hängt maßgeblich von der Entwicklung im Weihnachtsquartal ab, schließlich sind viele der CEWE-Produkte beliebte Geschenkartikel. Mit einem Umsatzanstieg von knapp 3% auf rund 234 Mio. EUR zeigte sich der Vorstand zufrieden. Noch deutlicher wird die Abhängigkeit beim Ergebnis (EBIT). Hier gelang es, den Vorjahreswert um rund 7% zu übertreffen. Der EBIT-Beitrag des vierten Quartals von 46 Mio. EUR steht für sage und schreibe über 93% des Jahresergebnisses.

Den Wandel im Fotomarkt haben CEWE als einer der europaweit führenden Fotoentwickler in den letzten Jahren erfolgreich mitgestaltet. Zuletzt lag der Digital-Anteil bei fast 98%. Dass durch diesen Wechsel von analoger zu digitaler Fotografie weniger Bilder entwickelt würden, hat sich nicht bewahrheitet. Tatsächlich wird immer fotografiert und mehr entwickelt. Aktionäre sollen bereits das neunte Jahr in Folge eine höhere Dividende erhalten. Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Zahlung von 1,85 Euro (Vj.: 1,80 EUR) je Aktie vorschlagen, was einer Rendite von 2,2% entspricht.

SI-Kommentar: Auf Basis der Konsensschätzungen für 2018 ergibt sich aktuell ein KGV von 16. Angesichts des stabilen Geschäftsmodells, das jedoch nur wenig Dynamik bietet, erscheint diese Bewertung angemessen. Einer weiteren Korrektur des Gesamtmarktes dürfte sich das Papier der im SDAX enthaltenen CEWE Stiftung (eine KGaA; WKN: 540390) dennoch kaum entziehen können. Wer hier schon länger investiert ist, sollte dabei bleiben. Ein Neueinstieg bietet sich auch aufgrund der besonderen Saisonalität nicht an.

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